Polizei räumt demonstranten aus sperrzone um gestrandeten Buckelwal

Bei einer Demonstration für die Rettung eines gestrandeten Buckelwals in der Ostsee vor der Insel Poel sind mehrere Teilnehmer in einen Sperrbereich eingedrungen. Die Polizei hat knapp zehn Personen zurückgedrängt. Der Zustand des Tieres hat sich weiter verschlechtert.

Am Abend versammelten sich rund 50 Demonstranten an einem gesperrten Wasserzugang zur Bucht vor der Ostsee-Insel Poel, in der der Buckelwal im flachen Wasser liegt. Etwa zehn Personen drangen in den Sperrbereich vor, worauf Polizisten sie zurückdrängten, teilte ein Sprecher des Mecklenburg-vorpommerschen Umweltministeriums mit. Unter Polizeibegleitung mussten zudem zwei Tieflader die Insel verlassen, die eine Tierschutzorganisation dort stationiert hatte. Die Organisation kritisierte das Polizeivorgehen als unverhältnismäßig.

In den vergangenen Tagen versuchten mehrfach Menschen, zum Wal zu gelangen, darunter zuletzt eine Frau im Neoprenanzug, die von einer Inselfähre ins Wasser sprang. Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte, der Gesundheitszustand des Wals habe sich verschlechtert: "Inzwischen gehen unsere wissenschaftlichen Berater davon aus, dass sich Wasser in der Lunge des Wals sammelt", was auf schwere Organschäden hindeute.

Der Buckelwal strandete vor zweieinhalb Wochen zunächst bei Niendorf an der Timmendorfer Strand. Nach Hilfe durch Helfer befreite er sich kurzzeitig, strandete aber erneut vor Wismar. Am 7. April entschied Backhaus auf Basis eines Gutachtens, keine weiteren Rettungsversuche zu unternehmen und den Wal in Ruhe sterben zu lassen. Eine Schutzzone wurde eingerichtet.

Mehrere Eilverfahren vor dem Schweriner Verwaltungsgericht scheiterten; sieben Anträge wurden bis Freitag abgewiesen, drei waren montags noch offen. Backhaus appellierte, auf aussichtslose Strafanzeigen zu verzichten: "Ein Eingreifen ist nur zulässig, wenn es dem Tier tatsächlich hilft."

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