Ein Reitturnier in München wurde nach Vorfällen von Tierquälerei abrupt abgebrochen. Sechs Ponys wurden in der Nacht geschändet, was Kinder und Beteiligte tief verstörte. Ermittlungen laufen, und Verbände reagieren mit Schock und Verschärfung der Sicherheitsmaßnahmen.
Das Reitturnier auf der Olympia-Reitanlage in München-Riem, Teil der bayerischen Sichtung zum „Preis der Besten“ für Nachwuchsreiter, endete am Sonntag vorzeitig. In der Nacht zuvor wurden sechs Ponys in ihrem Stall geschädigt: Mähnen, Schweife und teilweise Schöpfe wurden abgeschnitten, und bei mehreren Tieren waren die Zungen mit Gummibändern straff umwickelt.
Wilfried Herkommer, ehemaliger Geschäftsführer des Bayerischen Reit- und Fahrverbandes, der selbst vor Ort war, berichtete dem Fachportal „equi pages“: „In der Nacht gab es im Stall ein Vorkommnis, bei dem sechs Ponys Mähnen, Schweife und zum Teil auch Schöpfe abgeschnitten wurden.“ Er fügte hinzu: „Bei mehreren Pferden waren die Zungen mit Gummibändern straff umwickelt.“ Herkommer, dessen Enkelin in der U21-Tour ritt, beschrieb den Schock: „Der Schock war bei allen groß. Die Kinder waren zutiefst verstört. Keiner wollte unter diesen Umständen mehr reiten. Jeder wollte nur noch nach Hause.“
Herkommer vermutet Täter mit Pferdekenntnissen, möglicherweise mehrere: „Es wird davon ausgegangen, dass es jemand war, der sich mit Pferden auskennt, denn ein Nicht-Pferdemensch greift einem Pferd beziehungsweise Pony eigentlich nicht einfach ins Maul.“
Die Deutsche Reiterliche Vereinigung äußerte sich „tief erschüttert“. Vorstandsvorsitzender Dennis Peiler sagte: „Wir verurteilen dieses Handeln auf das Schärfste. Der Schutz und das Wohlergehen der uns anvertrauten Pferde und Ponys haben für uns oberste Priorität.“ Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen, das Kreisveterinäramt ist eingebunden.
Der Bayerische Reit- und Fahrverband plant eine Verschärfung des Sicherheitskonzepts. Geschäftsführer Thomas Schreder erklärte: „Wir werden alles tun, damit sich Pferde und Pferdefreunde so sicher wie möglich fühlen.“ Ein Tierarzt schätzt keine Folgeschäden für die Ponys ein; der Fokus liegt auf dem Wohl der Kinder, Ponys und Beteiligten.