Ein junger Buckelwal, der vor Timmendorfer Strand gestrandet und gerettet worden war, hat sich erneut in der Wismarbucht auf einer Sandbank festgefahren. Behörden und Umweltschützer planen für Sonntag Rettungsmaßnahmen, falls das Tier sich nicht selbst befreit. Der Wal leidet unter dem niedrigen Salzgehalt und dem Futtermangel in der Ostsee.
Der 12 bis 15 Meter lange Buckelwal wurde am Montagmorgen auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand in Schleswig-Holstein entdeckt. Nach einer tagelangen Rettungsaktion konnte sich das Tier zunächst über eine von Helfern ausgehobene Rinne selbst befreien. Die Hoffnung bestand darin, dass der Wal den Weg zurück in den Atlantik finden würde, da die Ostsee zu wenig Futter bietet und der niedrige Salzgehalt problematisch ist.
Am Samstagmittag wurde der Wal in der Wismarbucht nahe der Insel Walfisch erneut gesichtet, wie ein Sprecher des Schweriner Umweltministeriums bestätigte. Das Tier habe seine Position im flachen Wasser seit längerer Zeit nicht verändert. Eine Sprecherin von Greenpeace bestätigte dies gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Wissenschaftler näherten sich mit einem Schlauchboot, um den Zustand zu prüfen, und Greenpeace fertigte Drohnenaufnahmen an.
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) erklärte: «Sollte das Tier sich bis morgen nicht befreit haben, werden die Fachleute vor Ort versuchen, den Wal sanft anzustupsen und in Richtung tieferes Wasser zu bewegen.» In der Nähe existiere eine tiefere Rinne, in die sich der Wal möglicherweise selbst begebe. Backhaus appellierte, dem Tier Ruhe zu gönnen und mindestens 500 Meter Abstand zu halten. Die Wasserschutzpolizei verhindere Annäherungen durch Unbefugte.
Am Sonntag könnten neue Rettungsversuche starten, unter anderem mit Schlauchbooten, um den Wal vom Rückkehr ins Flache abzuhalten.