Die Robbenjagd in der Ostsee beginnt am Montag mit den bereits im Februar angekündigten erhöhten Quoten, was auf heftigen Widerstand des Schwedischen Naturschutzvereins stößt. Der Verband macht die Überfischung – und nicht die Robben – für die geringen Fischbestände verantwortlich.
Nach dem Beschluss der schwedischen Umweltschutzbehörde vom Februar startet die diesjährige Robbenjagd am Montag. Um die Fischerei zu schützen, dürfen in diesem Jahr mehr Kegelrobben, Seehunde und Ringelrobben geschossen werden als im Vorjahr. Landwirtschaftsminister Peter Kullgren (KD) strebt an, die Robbenpopulation „so bald wie möglich“ zu halbieren, während die Behörde die Quoten als „ausgewogen“ bezeichnet.
Der Schwedische Naturschutzverein widerspricht dieser Einschätzung entschieden und führt die historisch niedrigen Fischbestände in der Ostsee auf Überfischung, Eutrophierung und Schadstoffe zurück – nicht auf die Robben. „Historisch gesehen hatten wir viel größere Robbenpopulationen und gleichzeitig große Bestände an Hering und Sprotte. Die Robben sind nicht das Problem“, sagt Ida Carlén, Fachbereichsleiterin für Meere, Gewässer und Aquakulturlandschaften bei dem Verband.
Obwohl Carlén lokale Auswirkungen in flachen Buchten einräumt, fordert sie gezieltere und kleinere Jagden. Sie gibt zu bedenken, dass die Jagd oft in den äußeren Schären stattfindet, was die Robben möglicherweise näher an die Küsten treibt und die Konflikte mit den dortigen Fischern verschärfen könnte. Der Verband erklärt, es gebe keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass eine Bestandsregulierung die Fischbestände erhöht, und warnt vor langfristigen Risiken für die Robbenpopulationen.
Zudem weist der Verband auf die Schwierigkeiten der Robbenjagd hin, die in der Regel von schwankenden Booten aus auf bewegliche Ziele erfolgt. „Kegelrobben gehen nach dem Schuss schnell unter und nur ein kleiner Teil wird geborgen, daher ist unklar, ob sie tot oder verwundet sind“, so Carlén.