Die Parteivorsitzende der Christdemokraten, Ebba Busch, und der Minister für ländliche Angelegenheiten, Peter Kullgren, schlagen vor, den Status der Rentierzucht zu überprüfen, die Rentierbestände zu reduzieren und sie nicht länger als nationales Interesse einzustufen. Der in einem Gastbeitrag in der SvD dargelegte Vorschlag stößt bei Vertretern der Samen und der Grünen Partei auf scharfe Kritik.
Die Christdemokraten schlagen im Vorfeld der Herbstwahlen vor, den Rentierbestand zu reduzieren und die Unterstützung für die Rentierzucht zu überprüfen. In einem Gastbeitrag in der SvD schreiben Ebba Busch und Peter Kullgren, dass die Interessen der Rentierzucht in großen Gebieten zu stark ins Gewicht fielen und oft die Freiheit und Zukunft anderer beeinträchtigten. Der Staat solle die Verantwortung für das Gebirgsland zurückfordern und die Rentierzucht besser mit Arbeitsplätzen, Energie, Bergbau, Infrastruktur und lokaler Entwicklung in Einklang bringen, erklärte Kullgren gegenüber Dagens Industri. Die Partei fordert zudem, die Rentierzucht nicht mehr als nationales Interesse einzustufen und die Gelder stattdessen auf die samische Kultur und Sprache umzuleiten. Die Rentierzuchtrechte würden oft überproportional gewichtet, so die Argumentation der KD. Matti Blind Berg, Vorsitzender des schwedischen Samenverbandes (Svenska samernas riksförbund), bezeichnet den Vorschlag als bedauerlich und argumentiert, dass er diejenigen begünstige, die natürliche Ressourcen auf Kosten indigener Rechte ausbeuten wollten. Er sieht darin einen Angriff auf den Rechtsstaat und verweist auf das Urteil des Obersten Gerichtshofs im Fall Girjas aus dem Jahr 2020. Jenny Wik Karlsson von derselben Organisation beschreibt die Äußerungen von Ebba Busch als teilweise trumpistisch und als eindeutige Wahlpropaganda. Der Sprecher der Grünen Partei, Jan Riise, kritisiert den Vorschlag als polarisierend und betont, dass die Rentierzucht von zentraler Bedeutung für die samische Kultur sei und durch die Verfassung sowie internationales Recht geschützt werde.