Klimaministerin Romina Pourmokhtari schlägt vor, das schwedische nationale Ziel, Verkehrsemissionen bis 2030 um 70 Prozent gegenüber 2010 zu senken, zu streichen. Oppositions parteien Sozialdemokraten und Grüne kritisieren die Idee heftig als peinlich und Beweis für das gescheiterte Klimapolitik der Regierung. Bisher sind Emissionen nur um 19 Prozent gesunken, laut schwedischer Umweltbehörde Naturvårdsverket.
Klimaministerin Romina Pourmokhtari (L) erklärte in einem SVT-Interview, das aktuelle Verkehrsziel habe „Mängel“. Sie argumentiert, dass seine Erreichung Maßnahmen wie ein vollständiges Fahrverbot für Autos an bestimmten Tagen erfordern würde. Stattdessen schlägt sie ein neues Ziel mit Fokus auf Elektrifizierung vor und sucht Unterstützung bei den anderen Tidö-Parteien. Die Schwedendemokraten wollten das Verkehrsziel zuvor abschaffen. nLaut einem Bericht der Naturvårdsverket sind Verkehrsemissionen seit 2010 um 19 Prozent gesunken, weit entfernt von den geforderten 70 Prozent bis 2030. Pourmokhtari plädiert für einen Fokuswechsel von Verboten und Ausphasierungen hin zu realistischeren Wegen. nDie Opposition reagiert heftig. Grünen-Mitspitzenkandidat Daniel Helldén nennt es „eine peinliche Art, zu versuchen, zu verbergen, dass sie eine schlechte Klimapolitik haben, die alle Ziele verfehlt“. Er wirft der Regierung vor, die Klimapolitik in dreieinhalb Jahren abzubauen und Emissionen absichtlich zu steigern. nSozialdemokraten-Sprecherin für Umwelt und Klima Åsa Westlund sagt: „Die Regierung sollte sich schämen. Das ist der Beweis für ihre gescheiterte Klimapolitik. Sie versprachen dem schwedischen Volk, die Klimaziele zu erreichen, verfolgen aber stattdessen eine Politik, die Emissionen erheblich gesteigert und die Wettbewerbsfähigkeit der schwedischen Autoindustrie gefährdet hat.“ nDie Regierung wurde zuvor schon für ihre Klimapolitik kritisiert und riskiert, mehrere nationale Klimaziele zu verfehlen.