Der russische Kapitän des Tankers Sea Owl I, der am Donnerstag von schwedischen Behörden vor Trelleborg im Rahmen vermuteter Schattenflotten-Operationen bestiegen wurde, wurde wegen Verdachts auf groben Missbrauch falscher Dokumente festgenommen. Dies folgt auf fortgesetzte Durchsuchungen und Verhöre inmitten internationaler Reaktionen.
Durchsuchungen und Crew-Verhöre wurden am Freitag an Bord des unter komorischer Flagge fahrenden Tankers Sea Owl I fortgesetzt, der am Vorabend von schwedischer Polizei und Küstenwache vor Trelleborg bestiegen wurde. Das Schiff, das zuvor als unterwegs von Brasilien nach Russland gemeldet und auf der EU-Sanktionsliste geführt wurde, führte zur Festnahme seines russischen Kapitäns aus wahrscheinlichem Grund für groben Missbrauch falscher Dokumente, so Oberstaatsanwalt Adrien Combier-Hogg. nn„Wir haben nun beschlossen, den Kapitän aufgrund vorläufiger Ermittlungsmaßnahmen festzunehmen“, erklärte Combier-Hogg in einer Pressemitteilung. Weitere Verhöre sind für das Wochenende geplant, eine Entscheidung über Haft oder Freilassung ist bis Montagmittag erforderlich. nnDiese Entwicklung folgt auf die anfängliche Bestiegsaktion im Rahmen der Operation Strix, ausgelöst durch Verdacht auf falsche Flagge, Sanktionsverstöße und Sicherheitsmängel – ähnlich der kürzlichen Festsetzung des Massengutschiffs Caffa in der Nähe, dessen russischer Kapitän weiterhin in Haft ist und dessen Schiff unter internationalem Nutzungsverbot steht. nnKüstenwache-Stellvertretender Betriebsleiter Daniel Stenling betonte erneut: „Die Schifffahrt sollte wissen, dass wir die Ordnung auf See aufrechterhalten und Maßnahmen ergreifen, um die Sicherheit für alle, die in unseren Gewässern operieren, zu erhöhen.“ nnDer ukrainische Außenminister Andrii Sybiha lobte die Aktionen auf X: „Wir würdigen diese kraftvolle Aktion. Russlands Schattenflotte trägt zur Finanzierung des Krieges des Landes gegen die Ukraine bei und bedroht unsere europäische Sicherheit. Sie muss entschieden bekämpft werden.“ nnDie russische Botschaft in Schweden beobachtet beide Schiffe und erklärte, sie werde den Crewmitgliedern konsularische Hilfe leisten.