Am Freitagnachmittag bestiegen die schwedische Küstenwache sowie die Spezialeinheit der Polizei ein Frachtschiff vor Trelleborg. Das Schiff Caffa gilt als staatenlos und steht auf der Sanktionsliste der Ukraine. Eine vorläufige Untersuchung wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Seerecht wurde eingeleitet.
Um 15:50 Uhr am Freitag begann die Operation gegen das unter guineischer Flagge fahrende Frachtschiff Caffa, das als staatenlos gilt. Das Schiff, ein Schüttgutfrachter mit Getreideladung, war unterwegs von Casablanca in Marokko nach St. Petersburg in Russland. Laut Pressechef der Küstenwache Mattias Lindholm verfügt die Behörde über Informationen, die darauf hindeuten, dass das Schiff nicht im Schiffsregister von Guinea steht und einer Überprüfung bedarf. „Wir beobachten das Schiff seit einiger Zeit und haben Informationen über einen unklaren Flaggenstatus, was uns vermuten lässt, dass es staatenlos ist“, sagt Lindholm. Die Operation mit dem Namen Svart kaffe wurde mit Unterstützung der nationalen Spezialeinsatztruppe der Polizei und eines Hubschraubers in schwedischen Hoheitsgewässern einige Kilometer südlich von Trelleborg durchgeführt. Das Schiff ist 96 Meter lang und 13 Meter breit. Es hat in den letzten fünf Jahren russische Häfen angelaufen und hat diesen Sommer von einer russischen auf eine guineische Flagge gewechselt. Zivilschutzminister Carl-Oskar Bohlin (M) schreibt auf X, dass das Schiff auf der Sanktionsliste der Ukraine steht. „Die Eigentumsstruktur ist unklar, und es besteht der Verdacht auf fehlende Versicherung. Noch diesen Sommer soll das Schiff von einer russischen auf eine guineische Flagge gewechselt haben“, gibt er an. Die Küstenwache hat eine vorläufige Untersuchung wegen Verdachts auf Verstoß gegen das Seerecht hinsichtlich Seetüchtigkeit eingeleitet. „Schiffe mit solchen Mängeln stellen eine Gefahr für den übrigen Schiffsverkehr und die Umwelt dar“, sagt Lindholm. Bis 21 Uhr am Freitagabend wurde die Untersuchung an Bord mit Durchsuchungen, Vernehmungen und Informationserhebungen fortgesetzt. Eine Pressekonferenz ist für Samstag um 14 Uhr geplant. Es ist das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass schwedische Behörden ein Schiff in Schonen-Gewässern bestiegen haben; im Dezember wurde das russische Schiff Adler nördlich von Höganäs geentert.