Spannungen sind in Jabalpur, Madhya Pradesh, gestiegen, nachdem rechtsextreme Gruppen kurz vor Weihnachten zwei Kirchen betraten und religiöse Konversionen vorwarfen. Die Vorfälle führten zu Konfrontationen, wobei die Polizei eingriff, um die Lage zu beruhigen. Ermittler rekonstruieren die Ereignisse anhand von Aussagen beider Seiten.
Die Spannungen haben sich diese Woche in Jabalpur, Madhya Pradesh, mit zwei getrennten Vorfällen zugespitzt, bei denen rechtsextreme Gruppen Kirchen vor Weihnachten betraten. Der erste Vorfall ereignete sich am Montag in einer Kirche hinter dem Hawabagh Women’s College, wo die BJP-Bezirksvizepräsidentin Anju Bhargava und Mitglieder rechtsextremer Organisationen eindrangen und behaupteten, sehbehinderte Studentinnen würden zu religiösen Konversionen gezwungen. Ein virales Video zeigte Bhargava in einem hitzigen Streit mit einer sehbehinderten Frau, die ihren Arm packte und verdrehte und verlangte, keinen körperlichen Kontakt herzustellen.
Die Polizei erklärte, dass die Studentinnen aus einem staatlichen Wohnheim zu einer Mahlzeit und Gebeten im Rahmen christlicher Wohltätigkeitsarbeit eingeladen worden seien. Sie wiesen Konversionsversuche zurück, und Beamte fanden bisher keine Beweise. Ein hochrangiger Polizeioffizier sagte: „In dieser Phase gibt es keine Beweise für erzwungene Konversion. Die Aussagen der Studentinnen werden aufgenommen.“ Die rechtsextremen Gruppen beschwerten sich darüber, Hostelstudentinnen ohne Informierung der Behörden zu einem religiösen Ort gebracht und nicht-vegetarische Nahrung serviert zu haben. Bhargava rechtfertigte ihre Anwesenheit damit, dass sie auf Berichte über sehbehinderte Frauen reagierte, die angeblich gegen ihren Willen in einem baufälligen Gebäude festgehalten würden, und behauptete, angegriffen worden zu sein, reichte aber wegen der Behinderung der Frau keine Anzeige ein.
Der zweite Vorfall spielte sich am Sonntagmorgen in einer Kirche in der Nähe von Shiv Shakti Nagar in Madhotal ab, wo Mitglieder des Hindu Seva Parishad einen Gebetsgottesdienst störten. Sie hinterfragten die große Versammlung inklusive Außenstehender, was zu Gewalt mit geworfenen Stühlen und gerufenen Parolen führte. Gläubige beschrieben 15 bis 20 junge Männer, die einfielen, „Jai Shri Ram“ skandierten und Panik auslösten, indem sie Frauen und Kinder angriffen. Jitendra Barman, der am Ort war, sagte: „Die Anbetung des Herrn findet in der Kirche statt, nicht Konversion. Seit Jahren kommen Menschen freiwillig hierher und beten. Heute während des Gebetskreises stürmten junge Männer schreiend herein. Sie griffen Frauen und Kinder an.“
Die Polizei nahm mehrere Jugendliche wegen der Störung fest und klärt die Abfolge der Ereignisse durch Aussagen. Diese Auseinandersetzungen vor Weihnachten unterstreichen die zunehmenden religiösen Spannungen in der Region.