Die Düngemittelpreise in Südafrika sind nach der Schließung der Straße von Hormus durch mit dem Iran verbundene Streitkräfte Ende Februar 2026 drastisch gestiegen. Getreidebauern müssen nun für wichtige Betriebsmittel wie Harnstoff bis zu 59 Prozent höhere Kosten tragen, was den Druck auf die Produktionsausgaben erhöht, die bereits zu 30 bis 50 Prozent aus Düngemittelkosten bestehen. Einige Erzeuger prüfen regenerative Praktiken, um die Abhängigkeit von Importen zu verringern.
Die Schließung unterbrach die weltweite Versorgung mit Harnstoff, Ammoniak, Phosphaten und Schwefel, die in großen Mengen durch die Meerenge transportiert werden. Die lokalen Importpreise stiegen rapide an: Laut Beobachtungen von Grain SA kletterte der Harnstoffpreis innerhalb eines Monats um 59 Prozent, Monoammoniumphosphat verteuerte sich um 26 Prozent und Kaliumchlorid stieg um 11 Prozent.
Südafrika importiert mehr als 80 Prozent seines jährlichen Düngemittelbedarfs von etwa zwei Millionen Tonnen aus Ländern wie Russland, Saudi-Arabien und China. Experten weisen darauf hin, dass Düngemittel einen großen Teil der variablen Kosten der Getreidebauern ausmachen, während Treibstoffpreise von über 100 Dollar pro Barrel die Kosten während der Pflanz- und Erntezeit zusätzlich in die Höhe treiben.
Einige Landwirte setzen verstärkt auf Methoden zur Bodenverbesserung, um den Bedarf an synthetischen Betriebsmitteln zu senken. Anwender berichten von einer Reduzierung des chemischen Düngemitteleinsatzes um 50 bis 100 Prozent durch den Einsatz von Kompost und biologischen Programmen, was bei bestimmten Obstplantagen und Feldfrüchten zu verbesserten Erträgen führte. Vertreter von Grain SA geben an, dass solche Ansätze an Bedeutung gewinnen und angesichts des aktuellen Kostendrucks weiter an Fahrt aufnehmen könnten.