Die südafrikanische Menschenrechtskommission hat eine formelle Untersuchung zur anhaltenden Wasserkrise in Gauteng eingeleitet und verweist dabei auf mögliche systemische Menschenrechtsverletzungen. Die Prüfung wird Infrastrukturmängel, Governance-Probleme und das Aufkommen einer sogenannten "Wassertanker-Mafia" untersuchen. Öffentliche Eingaben können bis zum 30. April 2026 eingereicht werden.
Die Bewohner von Gauteng sind mit anhaltenden Wasserknappheiten konfrontiert, die zu zeitweiligem oder komplettem Ausfall der Wasserversorgung führen und sie dazu zwingen, sich auf Bohrlöcher, Tankwagen und teilweise unsichere Quellen zu verlassen. Die südafrikanische Menschenrechtskommission (SAHRC) startete die Untersuchung nach zahlreichen Beschwerden über Engpässe, Infrastrukturausfälle und Versorgungsunterbrechungen.
Die Kommission betonte die unverhältnismäßige Auswirkung der Krise auf arme Gemeinschaften, informelle Siedlungen, Schulen und Gesundheitseinrichtungen. "Diese Herausforderungen haben unverhältnismäßige Auswirkungen auf arme und marginalisierte Gemeinschaften... und untergraben Würde, Gesundheit, Sicherheit und den Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen", erklärte die SAHRC. Sie berief sich dabei auf Abschnitt 27(1)(b) der Verfassung, der das Recht auf ausreichend Wasser garantiert.
Die Untersuchung wird die Grundursachen, die Auswirkungen auf die Menschenrechte, die staatlichen Reaktionen und die Governance im Wassermanagement bewerten. Zudem wird sie die "Wassertanker-Mafia" untersuchen, die von der SAHRC als informelles Netzwerk beschrieben wird, das durch Korruption, Vandalismus und illegale Gebühren im Zusammenhang mit kommunalen Wassertankern profitiert. "Anhaltende und wiederkehrende Wasserausfälle haben eine Abhängigkeit von unregulierten privaten Wassertankern geschaffen, was Ungleichheit, Profitgier und die Kommerzialisierung eines verfassungsmäßigen Rechts verfestigt", merkte die Kommission an.
Interessengruppen können bis zum 30. April 2026 schriftliche Berichte zu Ursachen, Auswirkungen und Lösungen beim Büro der SAHRC in Gauteng, Johannesburg, oder per E-Mail einreichen. Anhörungen sind für den 19. bis 21. Mai 2026 geplant.