Ein innovatives Programm nutzt kurze WhatsApp-Lektionen, um südafrikanische Gesundheitskräfte zu aktualisierten HIV- und TB-Behandlungen auszubilden. Entwickelt von Briony Chisholm, gehen diese 10-Minuten-Sitzungen auf Herausforderungen in ländlichen Kliniken ein, insbesondere Wechselwirkungen mit Dolutegravir. Der Ansatz hat sich bewährt, erreicht Tausende und unterstützt das neue Six-Month Multi-Month Dispensing-Programm.
Im öffentlichen Gesundheitssystem Südafrikas ist es essenziell, die Belegschaft über sich wandelnde HIV- und TB-Therapien auf dem Laufenden zu halten, doch der Zugang zu Schulungen bleibt ein Hindernis, besonders auf dem Land. Briony Chisholm, ehemals Information-Pharmazeutin am Medicines Information Centre der University of Cape Town, erkannte diese Lücke in ihrer Arbeit. Sie stellte fest, dass ländliches Klinikpersonal mit ständigen Aktualisierungen der HIV-Richtlinien kämpft, da traditionelle Schulungen Zeit fern der Pflichten, Transport und Unterkunft erfordern. Chisholms Studie aus 2022 zeigte, dass zwar 70 % der Gesundheitskräfte wussten, dass Dolutegravir mit anderen Medikamenten interagiert, viele jedoch Details zu spezifischen Interaktionen und Dosisanpassungen fehlten. Dolutegravir, Ende 2019 als Standard-Erstlinientherapie gegen HIV eingeführt, betrifft bis 2023 etwa 4,7 Millionen Menschen in Südafrika. Es interagiert mit dem TB-Medikament Rifampicin, dem Diabetes-Medikament Metformin und einigen Antiepileptika, was Dosisänderungen erfordert. Um dies anzugehen, testete Chisholm 10- bis 15-minütige WhatsApp-Microlearning-Sitzungen in 50 Kliniken bei Nieu Bethesda in der Eastern Cape. Diese fallbasierten Lektionen konzentrierten sich auf Schlüsselpunkte der Richtlinien und erwiesen sich als machbar und effektiv. Teilnehmer berichteten von verbessertem Wissen und Patientenversorgung, wobei 98 % an wöchentlichen Sitzungen ganzjährig teilnehmen wollten. Das Programm wurde durch Zusammenarbeit mit dem National Department of Health bei der Six-Month Multi-Month Dispensing (6MMD)-Initiative erweitert, die im August 2025 startete. Sie ermöglicht stabilen HIV-Patienten Sechs-Monats-Vorräte an ARV, wodurch Klinikbesuche reduziert werden. Ende 2025 erreichten die WhatsApp-Sitzungen 2.000 Beschäftigte als Ergänzung zu längeren Online-Schulungen. Lynne Wilkinson von der International Aids Society lobte es für die landesweite Sensibilisierung der Kliniker für Politikänderungen. Daniel Canham, Pfleger am Idutywa Village Community Health Centre, sagte, das kurze Format passe zu vollen Terminen ohne Störung der Dienste. Faith Maseko von der Phola Park Clinic in Gauteng hob hervor, Materialien für reale Patientenszenarien wiederholen zu können. Sprecher des Department of Health Foster Mohale nannte es ein kostengünstiges, weitreichendes Tool für kontinuierliches Lernen, entscheidend zur Schließung von Schulungslücken und Unterstützung der Epidemiebekämpfung bei HIV, TB und mehr.