Unilever baut sich unter Fernández radikal um

Der Unilever-Chef Fernando Fernández führt seit einem Jahr einen umfassenden Konzernumbau durch. Die Lebensmittelsparte wird kürzlich für 66 Milliarden Dollar in ein Joint Venture mit einem US-Gewürzhersteller ausgegliedert. Der Fokus soll auf Schönheit, Wohlbefinden und Körperpflege liegen.

Fernando Fernández, der 60-jährige Argentinier, den Kollegen als „menschlicher Tornado“ gilt, restrukturiert den britisch-niederländischen Konzern Unilever seit einem Jahr grundlegend. Das fast 100 Jahre alte Unternehmen mit Marken wie Knorr und Hellmann’s Mayonnaise ist in Europa und Nordamerika allgegenwärtig.

„Wir verlagern unser Portfolio in Richtung Schönheit, Wohlbefinden und Körperpflege“, erklärte Fernández die Ausgliederung der Lebensmittelsparte vor einigen Wochen. Dieses Joint Venture mit einem US-Gewürzkonzern ist mit 66 Milliarden Dollar bewertet. Deutsche Firmen wie Beiersdorf und Henkel sowie Estée Lauder könnten stärker betroffen sein.

Treiber sind Urbanisierung, steigender Wohlstand, mehr Frauen am Arbeitsmarkt, niedrige Geburtenraten und der Trend zu gesundem Lebensstil. Unilever mit rund 100.000 Mitarbeitern in über 190 Ländern will so schneller wachsen.

Gegründet 1930 durch die Fusion von Lever Brothers und niederländischen Margarineproduzenten, war Unilever Pionier des Konsumgüter-Konglomerats. Die Umwandlung zum Beauty-Spezialisten markiert einen Bruch mit der Tradition.

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