Ein US-Repräsentantenhaus-Ausschuss wird am Mittwoch eine dreijährige Verlängerung des African Growth and Opportunity Act in Betracht ziehen, nachdem dieses im September ausgelaufen ist. Südafrika riskiert jedoch einen Ausschluss aufgrund anhaltender Handelsspannungen mit der Trump-Administration. Die Initiative, die für afrikanische Exporte entscheidend ist, hat Hunderttausende von Arbeitsplätzen auf dem Kontinent unterstützt.
Der African Growth and Opportunity Act (AGOA), der 2000 verabschiedet wurde, gewährt zollfreien Zugang zum US-Markt für berechtigte Länder Subsahara-Afrikas und ihre Produkte. Dieses Programm war entscheidend, Schätzungen zufolge sichert es Hunderttausende von Arbeitsplätzen in Afrika. Es ist im September ausgelaufen und hat erneute legislative Bemühungen in Washington ausgelöst.
Am Mittwoch wird das US-Repräsentantenhaus-Ausschuss für Wege und Mittel den AGOA Extension Act prüfen, was den bedeutendsten Fortschritt im Kongress zur Verlängerung darstellt. Der Entwurf schlägt eine Verlängerung um drei Jahre vor, enthält jedoch keine spezifischen Bestimmungen für Südafrika. Änderungen könnten vor der Ausschussabstimmung über die Weiterleitung ans gesamte Repräsentantenhaus in Betracht gezogen werden.
Die Spannungen zwischen Pretoria und der Trump-Administration haben sich in diesem Jahr verschärft, angeheizt durch Handelsstreitigkeiten und Kritik von Präsident Donald Trump an den südafrikanischen Gesetzen zur Bekämpfung rassischer Ungleichheit. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer erklärte am Dienstag, die Administration sei für eine einjährige Verlängerung offen, sehe Südafrika jedoch als „einzigartiges Problem“. Er betonte, Südafrika müsse seine Zölle und nichttarifären Handelsbarrieren für US-Waren senken, damit die USA ihre 30-prozentigen Zölle auf südafrikanische Exporte reduzieren.
Südafrika konterte, die Zölle der Trump-Administration beruhen auf einer fehlerhaften Bewertung des bilateralen Handels. Derzeit liegt ein Senatsentwurf aus Oktober vor, der eine zweijährige AGOA-Verlängerung nebst Überprüfung der US-Südafrika-Beziehungen vorsieht, der jedoch noch auf Ausschussarbeit wartet.
Ein Sprecher des südafrikanischen Handelsministeriums bekräftigte das Engagement des Landes, in jede Verlängerung einbezogen zu werden. Das Ergebnis bleibt ungewiss und hängt von Verhandlungen und legislativen Fortschritten ab.