Trotz des Stopps des Bundesaufnahmeprogramms für gefährdete Afghanen sind 32 Personen aus Pakistan nach Deutschland eingereist. Sie landeten über Berlin und erhielten Visa durch gerichtliche Klagen. Viele Betroffene warten seit Jahren in Islamabad auf ihre Aufnahme.
Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums bestätigte, dass 32 afghanische Staatsangehörige aus dem Bundesaufnahmeprogramm am 8. Januar 2026 in Deutschland angekommen sind. Die Gruppe reiste von Pakistan aus mit Linienflügen und landete über Berlin. Dies geschah, obwohl die schwarz-rote Bundesregierung das Programm für besonders gefährdete Afghaninnen und Afghanen im Mai 2025 beendet hatte.
Das Programm zielte auf ehemalige Ortskräfte deutscher Institutionen und ihre Familien sowie auf Personen ab, die von den Taliban verfolgt werden, etwa Menschenrechtsanwälte oder Journalistinnen. Viele Betroffene harren seit Monaten oder Jahren in Islamabad aus. Dank Klagen vor deutschen Gerichten und Unterstützung durch Organisationen wie die „Kabul Luftbrücke“ erhielten einige Visa. Im Dezember 2025 wies die Regierung rund 650 Afghanen mit Zusagen aus der „Menschenrechtsliste“ und dem Überbrückungsprogramm endgültig ab und bot Hilfe zur Rückkehr nach Afghanistan oder Ausreise in andere Länder an.
Der Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD sieht vor: „Wir werden freiwillige Bundesaufnahmeprogramme so weit wie möglich beenden (zum Beispiel Afghanistan) und keine neuen Programme auflegen.“ Insgesamt gibt es etwa 220 Afghanen aus dem Ortskräfteverfahren, 60 von der Menschenrechtsliste, 600 aus dem Überbrückungsprogramm und rund 1000 aus dem Bundesprogramm mit Aufnahmezusage. Seit dem Abzug internationaler Truppen 2021 regieren die Taliban unter Haibatullah Achundsada und Mohammed Hassan Achund in Afghanistan, was in Deutschland nicht anerkannt wird.