Die brasilianische Zentralbank hat Dokumente im Zusammenhang mit der außergerichtlichen Liquidation der Banco Master für acht Jahre als geheim eingestuft; eine öffentliche Freigabe ist für November 2033 vorgesehen. Die Entscheidung folgt internen Richtlinien und zielt darauf ab, die finanzielle, wirtschaftliche und geldpolitische Stabilität des Landes zu wahren. Sie erfolgte als Reaktion auf eine Anfrage der Zeitung Folha gemäß dem Informationsfreiheitsgesetz.
Die brasilianische Zentralbank ordnete am 18. November 2025 die außergerichtliche Liquidation der Banco Master an, nachdem strukturelle Schwächen, eine schwere Liquiditätskrise und Verstöße gegen die Normen des nationalen Finanzsystems festgestellt worden waren. Das von Daniel Vorcaro gegründete Institut, das dem Segment der kleinen S3-Banken zugeordnet ist, hielt 0,57 % der Bilanzsumme des Gesamtsystems und 0,55 % der gesamten Finanzierung.
Als Reaktion auf eine Anfrage von Folha vom Februar 2026 gemäß dem Informationsfreiheitsgesetz rechtfertigte die Zentralbank die Geheimhaltung mit der Begründung, eine sofortige Offenlegung würde "dem öffentlichen Interesse an der Wahrung der finanziellen, wirtschaftlichen und geldpolitischen Stabilität des Landes entgegenwirken". Die achtjährige Geheimhaltungsfrist wurde von Präsident Gabriel Galípolo im November 2025 festgelegt, basierend auf einer Richtlinie vom Januar 2018, die von Ilan Goldfajn für S3-Institute unterzeichnet wurde.
Für größere Banken gilt eine Geheimhaltungsfrist von bis zu zehn Jahren, für kleinere Institute eine von bis zu fünf Jahren als vertraulich. Die Zentralbank verwies zudem auf den Anlegerschutz und Risiken für laufende Untersuchungen zur Stabilität des Finanzsystems.