Zivilgesellschaftliche Organisationen haben die Räumung von Bewohnern aus Makoko und umliegenden Gebieten durch die Regierung des Bundesstaates Lagos scharf kritisiert und sie als Verstoß gegen Gesetze und Gerichtsbeschlüsse bezeichnet. Diese Maßnahme hat Tausende in Zeiten wirtschaftlicher Not ohne Umsiedlung vertrieben. Gemeindeführer hatten zuvor auf Grund von Versprechen von Entschädigung und Schutz kooperiert.
Am 9. Januar 2026 veröffentlichten Gruppen wie die Justice Empowerment Initiative und die Nigerian Slum/Informal Settlement Federation eine Erklärung, in der sie die laufenden Zwangsräumungen in den Gemeinden Makoko, Oko Agbon und Sogunro in Lagos verurteilten. Diese Räumungen, so argumentierten sie, bedrohen Tausende von Bewohnern mit Vertreibung ohne Umsiedlungsoptionen und verletzen bestehende Gerichtsbeschlüsse sowie nigerianische und internationale Rechtsstandards. Die Gemeinden hatten zuvor der ersten Phase der Abrisse im Dezember 2025 zugestimmt, die einen 30-Meter-Rückzugsbereich entlang der Hochspannungsleitung in der Nähe der Third Mainland Bridge freiräumte. Die Bewohner handelten auf Grund von Zusicherungen der Regierung des Bundesstaates Lagos, dass Entschädigungen für Betroffene gezahlt würden und andere Teile der Gemeinden geschützt bleiben würden. Eine von zivilgesellschaftlichen Gruppen von 2020 bis 2021 unterstützte Hausnummerierungsaktion schätzte die Bevölkerung von Makoko auf über 80.000 Menschen. Die Organisationen hoben die Bedeutung von Makoko als kulturelles Wahrzeichen in Lagos hervor, das Besucher mit seiner einzigartigen Architektur und lebendigen Gemeindeleben anzieht. Sie beschrieben die Räumungen als besonders grausam, da sie während der Festtage und inmitten der schwersten Wirtschaftskrise Nigerias seit Jahrzehnten stattfinden. Vertriebene Familien schlafen bei Verwandten oder sogar in offenen Kanus, wobei die Aktion als die schwerste seit der Militärzeit bezeichnet wird. Andere beteiligte Gruppen wie das Centre for Children’s Health, Education, Orientation and Hope (CEE-HOPE), Global Rights und Lagos Urban Development Initiative (LUDI) schlossen sich dem Aufruf an, die Abrisse umgehend durch die Landes- und Bundesregierung zu stoppen.