Gedenken an Hanau-Anschlag 2020 kämpft gegen Vergessen

Sechs Jahre nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau, bei dem neun Menschen getötet wurden, haben Demonstranten in Deutschland des zehnten Opfers gedacht. Das Jugendbündnis „Remember Hanau“ rief zu Gedenkveranstaltungen auf, um gegen Rassismus und Vergessen anzukämpfen. Dieses Jahr fehlte erstmals eine offizielle Veranstaltung der Stadt.

Am 19. Februar 2020 erschoss Tobias R. neun Menschen in Hanau: Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov. Der Anschlag war rassistisch motiviert. Im Januar starb Ibrahim Akkuş als zehntes Opfer an den Spätfolgen.

Rund um den Jahrestag fanden in Hanau und vielen deutschen Städten Demonstrationen und Gedenkveranstaltungen statt. Das Jugendbündnis „Remember Hanau“ rief am 21. Februar zu einem öffentlichen Gedenken auf. Seit November planten die Jugendlichen die Aktion. Auf dem Hanauer Marktplatz skandierten Teilnehmer: „Widerstand überall, Hanau war kein Einzelfall.“ Sie trugen Schilder mit den Gesichtern der Opfer und Slogans wie „Nie wieder ist jetzt“.

Bündnismitglied Chris erklärte seine Motivation: „Was damals passiert ist, in Hanau, war für mich ein überwältigender Schlag.“ Emis Gürbüz, Mutter des ermordeten Sedat Gürbüz, und Çetin Gültekin, Bruder von Gökhan Gültekin, sprachen von ihrem Schmerz. Gültekin betonte: „Wir dürfen nicht aufgeben. Wir können nicht aufgeben.“ Sie forderten Einstand für Vielfalt und Kritik am System, das in der Tatnacht versagt habe.

Die Bildungsinitiative Ferhat Unvar, gegründet von der Mutter des Opfers, setzte sich für Aufklärung ein. Dilan, die für die Initiative demonstrierte, forderte: „Eine lückenlose Aufklärung, was in der Tatnacht passiert ist.“

Dieses Jahr organisierte die Stadt Hanau erstmals keine offizielle Gedenkveranstaltung. Einige Politiker wünschten einen „Neuanfang“ mit reduziertem Rahmen. Für Angehörige und Demonstranten bedeutet dies Vergessen; sie wollen die Erinnerung sichtbar machen und laut gegen Rassismus eintreten.

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