Ein Graf und Gutsbesitzer muss sich wegen schwerer Verletzung der Integrität einer Frau sowie schwerer Körperverletzung in 45 Fällen verantworten, die sich zwischen 2021 und 2025 ereignet haben sollen. Die Ehefrau dokumentierte die Gewalt über Jahre hinweg mittels Fotos, Videos und Notizen. Der Mann bestreitet alle Vorwürfe und befindet sich seit Dezember in Untersuchungshaft.
Ein Mann, der als Graf und Gutsbesitzer identifiziert wurde, ist vor dem Bezirksgericht Kristianstad wegen schwerer Verletzung der Integrität einer Frau im Zeitraum vom 4. April 2021 bis zum 27. Dezember 2025 angeklagt. Die Anklage umfasst laut Staatsanwaltschaft 43 Fälle von Körperverletzung, drei Fälle von Belästigung sowie zwei Fälle von gefährlicher Drohung. Die Taten zielten darauf ab, das Selbstwertgefühl der Frau, die aufgrund verschiedener Faktoren als besonders schutzbedürftig beschrieben wird, schwer zu schädigen.
Zudem muss er sich wegen zwei Fällen von schwerer Körperverletzung im Jahr 2023 verantworten. Bei einem Vorfall schlug er seiner Ehefrau mit einem Gehstock auf Finger und Fuß, was zu einem Knochenbruch und Schmerzen führte. Bei einem anderen Anlass zertrümmerte er ihr gewaltsam ein Glas im Gesicht.
Die Polizei wurde am 27. Dezember 2025 auf das Familienanwesen gerufen, wo das Paar mit seinen zwei erwachsenen Kindern lebt. In der Vernehmung gab die Ehefrau an, der Mann habe sie zu Boden gedrückt, gewürgt und nach draußen geworfen. Sie rief die Polizei aus ihrem Auto heraus, aus Angst, er könne sie töten. Er soll erklärt haben, er empfinde keine Scham für die Gewalt und schob die Schuld auf ihre Provokation.
Ein weiterer Vorfall am 15. Dezember beinhaltete, dass er sie von einem Stuhl stieß, sie mit einer Serviette schlug und trat, wobei ihr Knie auf den Steinboden aufschlug.
Die Ehefrau berichtet, dass die Misshandlungen in den 1990er Jahren begannen und sich verschlimmerten, was zu drei medizinischen Behandlungen, unter anderem wegen aufgeplatzter Lippen, führte. Sie war wirtschaftlich von ihm abhängig, und er drohte mit Selbstmord, falls sie ihn anzeigen würde. Kinder und Freunde waren Zeugen der Gewalt, die innerhalb der Familie zur Normalität geworden war.
Sie dokumentierte die Vorfälle systematisch mit Notizen auf dem Telefon, Fotos, Videos und Audioaufnahmen. Ein Beispiel vom November 2022 lautet: „Heute Abend hat Y wieder Hand an mich gelegt.“
Der Mann weist alle Vorwürfe zurück, bezeichnet sie als Lügen und Verleumdungen und führt ihren Anruf bei der Polizei auf Böswilligkeit zurück. Das Strafmaß für schwere Verletzung der Integrität einer Frau reicht von einem bis zu sechs Jahren Haft. Er befindet sich seit dem 30. Dezember in Untersuchungshaft.