An den ersten Tagen des März erlebte Kuba einen weiteren landesweiten Stromausfall, der von Camagüey bis Pinar del Río reichte. Einwohner wie Nike, eine Näherin aus Havanna, beschreiben, wie diese häufigen Ausfälle das tägliche Leben stören und zum Kochen mit Kohle sowie zum Lesen von Büchern tagsüber zwingen. Trotz der Härten finden einige in der Dunkelheit Momente der familiären Verbundenheit.
Stromausfälle auf Kuba sind in letzter Zeit häufiger geworden, wobei die Abschaltungen ohne Einhaltung eines vordefinierten Zeitplans erfolgen. Nike, eine Bewohnerin Havannas, die vom Nähen lebt, erklärt, dass sie die Versuche ihrer Freunde ignoriert, Ausfallpläne zu teilen, da die Behörden sie unvorhersehbar anwenden. »Sie schalten ab, wann sie wollen«, sagt sie und hebt den Verlust der Kontrolle über den Alltag hervor. nnIn den ersten Tagen des März 2024 betraf ein weiterer landesweiter Stromausfall große Teile des Landes, von Camagüey bis Pinar del Río. Während dieses Vorfalls mussten Familien Kaffee und Essen mit Kohle zubereiten. Nike erwähnt, dass sie tagsüber natürliches Licht nutzt, um Bücher zu lesen, eine Aktivität, die sie als Geschenk betrachtet, da ihre Nähmaschine Strom benötigt. »Es ist ein wunderbares Gefühl, mit der Mutter Natur in Verbindung zu treten«, schreibt sie über die Arbeit in ihrem Hof. nnNachts sind die Ausfälle besonders schwierig und bringen bei Einbruch der Dämmerung eine quälende Dunkelheit. Zu Hause speisen Nike und ihre Familie bei Licht einer wiederaufladbaren Lampe und besprechen Kunst, Filme und ihre Realität. »Ich nenne es unsere Nachmittagsrunde«, erzählt sie und betont die Wichtigkeit, das Unkontrollierbare nicht die Freude nehmen zu lassen. nnEine Freundin von Nike klagt über das Kochen um Mitternacht während der kurzen Stunden mit Strom, was ihren Schlaf stört und sie deprimiert. Trotz der als »grau mit grünen Punkten« von Nikes Schwester in den 1970er Jahren beschriebenen Situation hegt die Autorin Hoffnung auf Veränderung, damit Kubaner im 21. Jahrhundert würdevoll leben können. Dieses persönliche Tagebuch illustriert die Auswirkungen der Stromausfälle auf den Alltag, ohne die zugrunde liegenden Ursachen aus den Quellen zu klären.