Nach dem Zusammenbruch des kubanischen Nationalen Elektrosystems am Mittwoch durch einen Ausfall im Kraftwerk Antonio Guiteras in Matanzas sehen sich die Bewohner dieser ostkubanischen Stadt anhaltenden Stromausfällen von über 30 Stunden ausgesetzt, was eine Umorganisation des Alltags inmitten zunehmender Resignation erzwingt.
Der Stromausfall, der am 4. März gegen 12:41 Uhr ohne Vorwarnung eintrat, ist in Matanzas zu einem vertrauten Eindringling geworden, wie der lokale Bewohner Julio Cesar Contreras gegenüber 14ymedio erzählte. Während die Wiederherstellungsarbeiten landesweit andauern – betroffen sind Gebiete von Pinar del Río bis Camagüey, einschließlich Havanna –, leiden Viertel in Matanzas wie Pueblo Nuevo unter einigen der längsten Ausfälle, die an die Spezialperiode der 1990er erinnern. Adriana, eine alleinerziehende Mutter, klagte von ihrer Haustür aus: „Wie lange soll das noch gehen! Es gibt nicht mal genug Zeit, den Reis zu kochen. Zwischen den Ein- und Ausschaltungen bekommen wir nicht mal eine Stunde Strom.“ Sie lagerte den Inhalt ihres Kühlschranks im Gefrierschrank eines Nachbarn ein, um Verderb zu verhindern. Die Rentnerin Hilda, ehemalige Lehrerin, verlor während eines Videoanrufs mit ihrem Enkel in Spanien das Mobilfunksignal: „Etecsa hat die Preise erhöht, aber es konnte keine neuen Batterien für seine Türme kaufen.“ Instabile Spannung hat Geräte beschädigt, wie den Gefrierschrank ihrer Tochter in Cárdenas. Der Maschinist Ricardo, der eine kleine private Werkstatt betreibt, verlor einen weiteren Tag Einkommen: „Ich dachte, heute könnte ich mit einigen der verspäteten Aufträge aufholen.“ Familien wachen nun um 2 oder 3 Uhr morgens auf, wenn der Strom kurz zurückkehrt, um zu kochen, zu waschen und Geräte aufzuladen, nur um Erschöpfung zu spüren. Chronische Probleme wie Kraftstoffmangel verschärfen die Krise. Resignation prägt die Stimmung in Matanzas: „Man muss sich eben damit abfinden“, sagt Ricardo mit einem Schulterzucken. „Denn wenn man zu viel darüber nachdenkt, wird man verrückt.“