Verfassungsänderungsvorschläge im Nationalkongress Brasiliens zielen darauf ab, die Wochenarbeitszeit von 44 auf 36 Stunden ohne Lohnkürzungen zu reduzieren und die Ruhezeit auf bis zu drei Tage auszuweiten. Das Thema spaltet die Meinungen zwischen Befürwortern von Gesundheit und Lebensqualität und Kritikern, die sich um Produktivität und Wirtschaft sorgen.
Vorschläge für Verfassungsänderungen PEC 148/25 von Senator Paulo Paim und PEC 8/25 von Abgeordneter Erika Hilton machen im Nationalkongress Brasiliens Fortschritte, um die Wochenarbeitszeit von 44 auf 36 Stunden ohne Lohnverlust zu senken und bis zu drei Ruhetage pro Woche zu ermöglichen. Das Vorhaben soll den Zugang zu Jobs demokratisieren, die Vorteile der Technologie umverteilen und Gesundheit sowie Familienleben fördern. nnDie Weltgesundheitsorganisation und die ILO verbinden lange Arbeitszeiten mit höheren Gesundheitsrisiken: 35 % höheres Schlaganfallrisiko und 17 % bei Herzerkrankungen. INSS-Daten aus 2025 zeigen über 4 Millionen Arbeitsausfälle, davon 546.000 durch psychische Störungen, 15 % mehr als im Vorjahr. Internationale Erfahrungen in Island, Großbritannien und Japan melden Produktivitätsgewinne bei über 90 % der Unternehmen mit reduzierten Stunden, laut 4 Day Week Global und Microsoft Japan. nnIn Brasilien beträgt die durchschnittliche Arbeitswoche 39,1 Stunden nach ILO, doch kollektive Verhandlungen haben seit den Reformen von 2017, die Verfassungsschutz schwächten, die Zeiten nicht gekürzt. Frauen verbringen wöchentlich neun Stunden mehr mit unbezahlter Hausarbeit, nach PNAD 2023. Eine Nexus-Umfrage 2026 ergibt, dass 63 % bis 73 % der Brasilianer das Ende der 6x1-Skala mit Lohnfortbestand unterstützen und 84 % mindestens zwei Ruhetage wollen. nnKritiker argumentieren, dass Brasiliens Produktivität von 17 US-Dollar pro Stunde im Vergleich zu über 70 in fortgeschrittenen Volkswirtschaften Zuwächse benötigt, bevor Kürzungen kommen. Branchen wie Stahlproduktion und Krankenhäuser brauchen spezifische Modelle wie 12x36, die allgemeine Gesetze nicht abdecken. Eine erzwungene Reduktion würde die Lohnkosten um 22 % steigern und Inflation, Fluktuation sowie Arbeitslosigkeit riskieren. Die Verfassung legt 8 Stunden täglich und 44 wöchentlich fest, mit Reduktionen durch kollektive Verhandlung. Experten schlagen vor, die Abstimmung auf 2027 zu verschieben, für Entscheidungen auf Basis echter Überzeugungen.