Ein Entwurf für einen Umweltverträglichkeitsbericht empfiehlt Thyspunt an der Küste des Ostkaps als bevorzugten Standort für das geplante 5.200-Megawatt-Kernkraftwerk von Eskom. Weitere Fachstudien sollen sich auf diesen Standort konzentrieren, während die Arbeiten am alternativen Standort Bantamsklip begrenzt werden sollen. Der Bericht liegt bis zum 5. Mai öffentlich aus.
Eskom Holdings hat einen von der WSP Group Africa erstellten Entwurf für einen Umweltverträglichkeitsbericht veröffentlicht, der Thyspunt – gelegen zwischen Oyster Bay und Cape St Francis – als Standort für weitere Untersuchungen für ein neues 5.200-Megawatt-Kernkraftwerk vorschlägt. Das 776-seitige Dokument, das zur öffentlichen Einsichtnahme bereitsteht, stellt fest, dass Thyspunt klare Vorteile aus räumlicher, technischer und infrastruktureller Sicht bietet.
Der Bericht stellt Thyspunt dem Standort Bantamsklip an der Overberg-Küste zwischen Danger Point und Quoin Point gegenüber. Während beide Standorte über küstennahe Wildnisqualitäten verfügen und Freileitungen für den Anschluss an das Stromnetz erfordern würden, würde die abgelegene Lage von Bantamsklip aufgrund der begrenzten Infrastruktur in der Nähe zu akuten Auswirkungen führen. In Thyspunt haben bestehende Windpark-Stromleitungen die Landschaft bereits verändert; zudem befindet sich das Gelände im Besitz von Eskom, ist entsprechend gewidmet und liegt in der Nähe von Übertragungsleitungen und Lastzentren.
"Die bisher durchgeführten Fachuntersuchungen haben in Thyspunt keine unüberwindbaren Umweltbeschränkungen aufgezeigt", heißt es in dem Bericht, der den Standort als bevorzugt ausweist.
Eine zentrale Herausforderung ist eine vorläufige Schutzanordnung für die Kulturlandschaft (Grad I), die von der South African Heritage Resources Agency (Sahra) im Januar 2025 erlassen wurde und die Thyspunt-Grundstücke von Eskom bis Februar 2027 abdeckt. Die Bewertung der Auswirkungen auf das kulturelle Erbe fordert eine weitere Zusammenarbeit mit der Sahra und verweist auf ungelöste Fragen sowie unklare Grenzen in der Nominierung.
Sollte das Ministerium für Forstwirtschaft, Fischerei und Umwelt den Bericht akzeptieren, wird das Verfahren in eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung übergehen. Öffentliche Versammlungen sind vom 20. bis 24. April in Jeffreys Bay, Oyster Bay, Humansdorp und St Francis Bay geplant.