Die Ökologen-Fraktion in der Nationalversammlung legt einen Gesetzentwurf vor, um ein deliberatives Bürgerinitiiertes Referendum in die Verfassung aufzunehmen. Getragen von Abgeordneter Marie Pochon, soll diese Initiative die Bürgerbeteiligung angesichts des Misstrauens gegenüber Institutionen stärken. Sie umfasst eine Debattephase mit zufällig ausgewählten Bürgern vor der Volksabstimmung.
Am 12. Februar während des parlamentarischen Nischenzeitraums der Ökologen-Fraktion reichte die Abgeordnete Marie Pochon, gewählt für Les Ecologistes in Drôme, einen Gesetzentwurf ein, um ein deliberatives Bürgerinitiiertes Referendum (RIC) in die französische Verfassung aufzunehmen. Dieser Mechanismus unterscheidet sich vom traditionellen Referendum durch eine zusätzliche Diskussionsphase, die von zufällig ausgewählten Bürgern geleitet wird, und greift teilweise auf Forderungen der „Gelben Westen“ zurück, um das wachsende Misstrauen gegenüber gewählten Amtsträgern anzugehen. Der Prozess beginnt, wie beschrieben, damit Bürger eine Vorlage beim Verfassungsrat einreichen. Bei Konformität folgt eine Frist von zwölf Monaten zur Sammlung von Unterschriften, wobei ein Mindestschwellenwert durch ein zukünftiges organisches Gesetz festgelegt wird. Sobald dieser erreicht ist, prüft ein beratendes Gremium aus zufällig gelosten Bürgern das Thema: Sie debattieren, hören Experten und erarbeiten eine Stellungnahme zur Information der öffentlichen Debatte, ähnlich wie Bürgerkonvente. Letztlich ruft der Präsident der Republik das Referendum innerhalb von drei Monaten bis zu einem Jahr aus. Der Vorschlag erweitert dies auch auf die lokale Ebene, wo die deliberative Phase optional ist. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Bürger enger in den Gesetzgebungsprozess einzubeziehen, ohne die derzeitigen Befugnisse des Parlaments grundlegend zu verändern.