Das politische Büro der Républicains stimmte am Dienstag dafür, am 18. April eine Mitgliederbefragung zur Auswahl ihres Präsidentschaftskandidaten für 2027 durchzuführen. Parteichef Bruno Retailleau verteidigt den Schritt angesichts interner Kritik. Laurent Wauquiez fehlte bei der Sitzung.
Am Dienstag, den 24. März 2026, verabschiedete das politische Büro von Les Républicains (LR) unter dem Vorsitz von Bruno Retailleau fast einstimmig eine Resolution, um die Parteimitglieder am 18. April zum Auswahlprozess für den LR-Kandidaten für die Präsidentschaftswahl 2027 zu befragen. Retailleau verteidigte die Entscheidung in einem Interview mit Le Figaro und betonte dabei Transparenz und Demokratie. Er erklärte, die Kritik sei marginal gewesen, das politische Büro habe die Entscheidung zur Mitgliederbefragung fast einstimmig getroffen und die wenigen Beschwerden seien durch persönliche Ambitionen motiviert gewesen, wobei er frühere Intransparenz in der Partei zurückwies. Er merkte an, diese Anforderungen nach einer Verpflichtung gegenüber den Parteimitgliedern in den LR-Statuten verankert zu haben. David Lisnard bezeichnete die Abstimmung als manipuliert, eine Behauptung, die Retailleau als Vorwand für ein eigenes Abenteuer abtat. Unterdessen nahm Laurent Wauquiez, Abgeordneter für Haute-Loire und eine bekannte Figur der Rechten, trotz Einladung nicht an der Sitzung teil. Am selben Morgen forderte er auf RTL, sich hinter eine einzige Kandidatur der Rechten zu stellen, von Édouard Philippe bis hin zu Sarah Knafo, und zwar durch eine breite Vorwahl. Seine Abwesenheit unterstreicht die internen Spaltungen, während die Arbeitsgruppe zu Auswahlmethoden unter der Leitung von Gérard Larcher und Roger Karoutchi ihre Ergebnisse vorlegte. Retailleau betont einen demokratischen Ansatz, um interne Absprachen zu vermeiden.