Die tschechische Athletin Ester Ledecka, die 2018 als Erste bei denselben Winterspielen zwei Goldmedaillen in unterschiedlichen Sportarten gewann, bereitet sich auf eine weitere Doppelherausforderung bei den Milano Cortina-Spiele 2026 vor. Sie wird im Snowboard-Parallel-Riesenslalom und alpinen Super-G antreten und strebt ein drittes Olympiagold in Folge im Snowboard an. Ein Termin-Konflikt schließt die Abfahrt der Damen für sie aus.
Ester Ledeckas unkonventioneller Weg im Wintersport widerspricht seit Langem den Erwartungen. Bei den Olympischen Spielen 2018 in Pyeongchang schockierte die damals 22-Jährige die Welt, indem sie im alpinen Super-G mit nur 0,01 Sekunden Vorsprung vor der Titelverteidigerin Anna Veith Gold holte und mit ihrer berühmten Reaktion reagierte: „Ist das eine Art Fehler?“ Tage später holte sie ein weiteres Gold im Snowboard-Parallel-Riesenslalom und wurde so die erste Athletin, die bei einem Winterspiel in zwei unterschiedlichen Disziplinen siegte. Bei Peking 2022 verteidigte Ledecka ihren Snowboard-Titel erfolgreich, wurde aber im Super-G Fünfte. Mit nun 30 Jahren trifft sie in starker Form in Milano Cortina ein, nachdem sie einen Weltcup-Parallel-Riesenslalom in Österreich gewann – ihre einzige Snowboard-Vorbereitung in dieser Saison. Auf Skiern wurde sie Zehnte im Weltcup-Super-G in Crans-Montana, Schweiz, am 31. Januar 2026. Der Olympia-Zeitplan stellt ein Hindernis dar: Das Finale im Snowboard-Parallel-Riesenslalom ist für 13 Uhr am 8. Februar in Livigno angesetzt, was mit der Damen-Abfahrt um 11:30 Uhr in Cortina kollidiert, vier Stunden entfernt. Ledeckas Bitte um Anpassung der Zeiten wurde vom Internationalen Olympischen Komitee abgelehnt. „Ich habe ein bisschen geweint, ein paar Mal deswegen, aber wir haben getan, was wir konnten“, sagte sie im Oktober. „Ich bin die einzige Athletin, die sich zum dritten Mal für die Disziplin in zwei Sportarten qualifiziert hat, daher hoffte ich, dass sie das berücksichtigen.“ Sie priorisiert Snowboard, kann aber am 12. Februar Super-G in Cortina fahren. Kein Snowboarder, einschließlich Shaun White, hat Parallel-Riesenslalom bei drei Olympischen Spielen in Folge gewonnen, was einen weiteren Meilenstein in Reichweite bringt. Ledeckas Wurzeln liegen im Eishockey, inspiriert von den Olympiamedaillen ihres Großvaters Jan Klapac 1964 und 1968 für die Tschechoslowakei. Sie begann mit vier Jahren mit Skifahren, nahm später Snowboard auf und bestand auf Doppelspezialisierung. Mit 14 Jahren sagte sie Trainern einmal: „Ich mache beides, und wenn euch das stört, suche ich mir einen anderen Trainer, denn so wird es sein.“