Jüngste Angriffe auf Menschen, die Straßenhunde füttern, unterstreichen Spannungen in Indiens Ballungsgebieten. Das Oberste Gericht hat widersprüchliche Anweisungen zur Streunerbewältigung erteilt, die mit etablierten Tierschutzvorschriften kollidieren. Experten fordern evidenzbasierte Ansätze wie Sterilisation statt Entfernung.
In den letzten Wochen haben Gewaltvorfälle gegen Personen, die sich um Straßenhunde kümmern, eine hitzige Debatte über die Tierverwaltung in Indien angeheizt. In Raipur wurde ein Mann zu Tode geprügelt, während er Straßenhunde fütterte. In Gwalior wurde ein Anwalt angegriffen und hatte Schwierigkeiten, eine Anzeige bei der Polizei aufzugeben. In Kolkata wurde der Seniorenbürger Gautam Pramanik nach einer Prügelattacke für ähnliche Gründe in die Intensivstation eingeliefert. ن نDiese Gewalt ereignet sich inmitten rechtlicher Unsicherheiten. Im August 2025 befahl das Oberste Gericht den Kommunalbehörden in Delhi-NCR, alle Straßenhunde zu entfernen und in Tierheime zu bringen. Dieser Befehl stand im Widerspruch zu den Animal Birth Control (ABC)-Regeln von 2023, die eine menschliche Einfangung, Sterilisation, Tollwutimpfung und Rückführung in die ursprünglichen Gebiete vorschreiben, gemäß dem Prevention of Cruelty to Animals Act von 1960. Der Befehl wurde später zurückgenommen und teilweise wiederhergestellt. Bei Anhörungen im Januar 2026 schlug ein Dreier-Senat vor, Hunde nur auf privatem Grund zu füttern und die Bundesstaaten für Angriffsschäden durch mangelnde Verwaltung haftbar zu machen. ن نKritiker halten diese Maßnahmen für unpraktikabel und verweisen auf den „Vakuum-Effekt“, bei dem entfernte Populationen rasch durch neue ersetzt werden, wie globale Studien und lokale Erfahrungen in Chennai zeigen. Erfolgreiche ABC-Programme in Städten wie Lucknow und Dehradun haben zu Populationsrückgängen geführt. Empfehlungen umfassen 70-Prozent-Sterilisierungsquoten, die Förderung der Adoption indischer Hunderassen und rechtlichen Schutz für Betreuer, die unterfinanzierte Kommunalsysteme unterstützen. ن نDer Meinungsbeitrag eines Kurators von People for Animals betont, dass Straßenhunde Teil der städtischen Ökologie Südasiens sind, und fordert politikgeleitet durch Evidenz statt Panik, um Tollwut zu verhindern und Bisse human zu reduzieren.