Der erste Transport von hochradioaktivem Atommüll aus Jülich ins Zwischenlager Ahaus im Münsterland hat am Dienstagabend begonnen. Ein Schwerlasttransporter mit Castor-Behälter wird von rund 2.400 Polizisten eskortiert. Autobahnabschnitte in Nordrhein-Westfalen sind zeitweise gesperrt.
Der Schwerlasttransporter mit einem Castor-Behälter vom Typ THTR/AVR hat das Gelände in Jülich verlassen und rollt auf einer etwa 170 Kilometer langen Strecke nach Ahaus, wie dpa-Reporter berichten. Die genaue Route haben die Behörden nicht bekanntgegeben. Eine Sprecherin der Polizei Münster, die den Einsatz leitet, kündigte kurzfristige Sperrungen von Autobahnabschnitten in Nordrhein-Westfalen an. Auf der A44 Richtung Mönchengladbach zwischen Jülich-West und Kreuz Jackerath war ein Warnhinweis zu sehen: Ein Schwertransport ist unterwegs, Überholen ist nicht möglich, hieß es auf Verkehr.NRW des NRW-Verkehrsministeriums. Der Konvoi umfasst Dutzende Polizeifahrzeuge, insgesamt sind 2.400 Polizisten im Einsatz, hauptsächlich am Start- und Zielort. Die Vorbereitungen liefen seit Monaten, unterstützt durch Gerichtsentscheidungen im Januar und März 2026 sowie Testfahrten Ende 2023. Im Castor-Behälter, der etwa 2,70 Meter hoch und rund 27 Tonnen schwer ist, befinden sich Brennelemente aus dem AVR-Versuchsreaktor in Jülich, der von 1967 bis 1988 betrieben wurde. Es handelt sich um 288.161 tennisballgroße Brennelemente und 124 brennstofffreie Grafitkugeln der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen mbH (JEN). Die Strahlung außerhalb der Behälter liegt bei 0,04 Mikrosievert pro Stunde und unterschreitet gesetzliche Grenzwerte deutlich, betont die JEN. «Durch die Transporte entsteht keine nennenswerte zusätzliche Strahlenexposition für Personen in der Umgebung», heißt es in einer JEN-Untersuchung. Die Transportgenehmigung gilt bis Ende August 2027, weitere Fahrten sind geplant.