Für den Atommülltransport von Jülich nach Ahaus rechnet die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit bis zu 4.500 Polizeikräften in Nordrhein-Westfalen. Landeschef Patrick Schlüter verglich den Aufwand mit Fußball-Derbys. Innenminister Herbert Reul würde auf die Transporte verzichten, wenn möglich.
Der Transport von Atommüll aus dem 1988 abgeschalteten Versuchsreaktor in Jülich nach dem Zwischenlager in Ahaus erfordert umfangreiche Polizeipräsenz. Patrick Schlüter, Landeschef der GdP in Nordrhein-Westfalen, teilte der «Rheinischen Post» mit, dass bis zu 4.500 Einsatzkräfte benötigt werden. «Zum Vergleich: Bei einem Derby von Dortmund gegen Schalke oder Mönchengladbach gegen Köln sind üblicherweise 2.500 bis 3.000 Beamte im Einsatz», sagte er. Die GdP hält den Einsatz für unnötig, ist aber mit dem übergesetzlichen Strahlenschutz- und Arbeitssicherheitskonzept zufrieden. Der Atommüll umfasst rund 300.000 Brennelemente-Kugeln in 152 Castoren. Die Strecke beträgt etwa 170 Kilometer; voraussichtlich fahren Konvois mit bis zu vier Schwertransportern. Innenminister Herbert Reul (CDU) äußerte: «Wenn es nach mir ginge, könnte ich auf die anstehenden Castortransporte gerne verzichten. Aber die Arbeit der Polizei ist kein Wunschkonzert.» Er betonte die Erfahrung der Polizei bei solchen Herausforderungen. Die hohe Zahl an Kräften beruht auf möglichen Demonstrationen. Schlüter warnte: «Es wäre der Super-Gau, wenn es Castorgegnern gelänge, den Transport unterwegs zu stoppen.» Die Polizei beobachtet Aktivisten aus Lützerath genau, da diese Szene schnell mobilisieren könne. In Deutschland gibt es keine Endlager, nur Zwischenlager wie in Ahaus.