Die Deutsche Umwelthilfe warnt vor Umwelt- und Sicherheitsrisiken durch den dauerhaften Betrieb des LNG-Terminals auf Rügen ohne Landstromanlage. Die Organisation hat gegen den Antrag des Betreibers Deutsche Regas Einwände beim zuständigen Amt eingereicht. Eine Umweltverträglichkeitsprüfung für den geänderten Betrieb fehlt bisher.
Das LNG-Terminal in Mukran auf Rügen steht im Fokus einer Kontroverse um seinen Strombedarf. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat beim Staatlichen Amt für Landwirtschaft und Umwelt (StALU) Vorpommern gegen einen Antrag von Deutsche Regas Einspruch erhoben. Der Betreiber möchte eine Änderungsgenehmigung, um das Terminal dauerhaft ohne eigene Landstromanlage zu betreiben und stattdessen Strom über schiffseigene Verbrennungsmotoren zu erzeugen.
„Mit der jetzt geplanten Betriebsweise droht eine Verschärfung der ohnehin hohen Belastungen für die Menschen und die Umwelt auf Rügen. Das ist nicht hinnehmbar“, warnte DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner. Die DUH fordert ein umfassendes und transparentes Verfahren sowie eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die bisher aussteht.
Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat kürzlich entschieden, dass Regas für den Wechsel zu Schiffsmotoren eine immissionsschutzrechtliche Änderungsgenehmigung benötigt. Das StALU räumte dem Betreiber Anfang Dezember eine Frist bis zum 30. April 2026 ein, um die Landstromanlage vorläufig zu umgehen. Ursprünglich war vorgesehen, dass das Terminal ab Anfang 2025 über eine Kraft-Wärme-Kopplungsanlage (KWK) im Hafen Mukran mit Landstrom versorgt wird.
Deutsche Regas argumentiert, die nachgerüsteten Katalysatoren an den Schiffsmotoren sorgen für geringere Schadstoffemissionen als eine Land-KWK-Anlage. Zudem würden alle Lärmgrenzwerte eingehalten. Ob die Landstromanlage letztlich gebaut werden muss, bleibt offen.