Die Preise für Erdgas schwanken stark und machen Heizungen für Haushalte teurer, während die Reform des Heizungsgesetzes verzögert wird. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat den Januar-Termin für Eckpunkte verpasst, was Unsicherheit schürt. Experten fordern mehr Förderung für Wärmepumpen als günstigere Alternative.
Die Gaspreise an europäischen Energiebörsen sind in den ersten beiden Tagen dieser Woche um bis zu 20 Prozent eingebrochen, doch Meteorologen prognostizieren höhere Temperaturen für Europa und die USA. Solche Schwankungen sind die neue Normalität im globalen Energiehandel und erhöhen die Kosten für Versorgungsunternehmen durch Absicherungsgeschäfte.
Norwegisches Erdgas deckt derzeit knapp die Hälfte der deutschen Nachfrage, ergänzt durch LNG hauptsächlich aus den USA. Die EU-Kommission rät zu einer breiteren Beschaffung, um Abhängigkeiten zu mindern, was jedoch teuer ist. Eine Erdgas-Notreserve ist notwendig, um Schocks wie mögliche Anschläge auf Pipelines zu bewältigen.
Langfristig wird Erdgas durch steigende CO₂-Preise zu einer Kostenfalle, wenn die EU den Klimaschutz fortsetzt. Wärmepumpen sind nachweislich günstiger als fossile Heizungen; ihr Absatz stieg 2025 deutlich, vor allem in Neubauten.
Eigentümer bestehender Häuser sind verunsichert durch Desinformationskampagnen gegen das Gebäudeenergiegesetz und Wärmepumpen sowie die Ankündigung der Schwarz-Rot-Koalition, das Gesetz abzuschaffen. Ministerin Reiche (CDU) blieb Antworten schuldig und verpasste den Termin für Eckpunkte Ende Januar. Union und SPD wollen ein neues Gesetz, doch die Ungeduld wächst vor einem wichtigen Datum.
Ein neues Zuschussprogramm für Heizungstausch ist essenziell, um den höheren Anschaffungspreis von Wärmepumpen zu überwinden.