Die Abgeordnetenkammer Brasiliens hat am Montag, dem 2. Februar, die Vorläufige Maßnahme zur Einrichtung des Programms Gás do Povo genehmigt, das arme Familien kostenlose Kochgasflaschen bereitstellt. Mit 415 Ja-Stimmen geht der Gesetzentwurf nun an den Senat zur Prüfung. Die Initiative zielt darauf ab, Energiearmut zu bekämpfen und die Gas-Hilfe zu ersetzen, und soll bis März bis zu 15 Millionen Familien zugutekommen.
Die Genehmigung erfolgte in der ersten deliberativen Sitzung des Jahres und markiert einen Erfolg für die Regierung von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Die Vorläufige Maßnahme (MP), gültig bis zum 11. Februar, sieht kostenlose Flaschen mit verflüssigtem Erdgas (LPG) von 13 kg für im Einheitlichen Register (CadÚnico) eingetragene Familien mit einem Pro-Kopf-Einkommen bis zur Hälfte des Mindestlohns vor. Vorrang haben Begünstigte von Bolsa Família. Derzeit läuft das Programm in allen Hauptstädten mit freiwilliger Beteiligung von etwa 35 % der Händler in den Hauptstädten, laut Nationalem Syndikat der LPG-Vertriebsunternehmen (Sindigas). In der ersten Phase, gestartet am 26. Januar in 17 Gemeinden, liegt die Beteiligung bei 25 bis 30 %, in den Ausgangsstädten bei 52 %. Die Regierung plant eine Ausweitung auf alle Gemeinden bis März, um 15 Millionen Familien über mehr als 10.000 akkreditierte Händler zu versorgen. Bis zur vollständigen Abdeckung laufen Barzahlungen für Gas-Hilfe-Begünstigte weiter, die alle zwei Monate 4,4 Millionen Familien erreichten. Der Berichterstatter Abgeordneter Hugo Leal (PSD-RJ) erweiterte den Umfang der MP um Biogasanlagen und kohlenstoffarme Kochsysteme, insbesondere in ländlichen Gebieten ohne Flasenzugang. Auch Gemeinschafts- und Solidaritätsküchen wurden als Zielgruppen hinzugefügt, mit möglicher Finanzierung durch das Ministerium für Bergbau und Energie, Bundesstaaten, Gemeinden oder Umweltstrafen. „Biogasanlagen sind eine bestehende Innovation, die Abfälle zur Gasproduktion nutzen kann“, erläuterte Leal. Kammerpräsident Hugo Motta (Republicanos-PB) betonte: „Gás do Povo fördert Würde, entlastet Familienhaushalte, gewährleistet Sicherheit und schafft Energieinklusion.“ Die MP ändert zudem das Gesetz zu Wirtschaftsordnungsdelikten und stuft bestimmte LPG-Nutzungen wie Saunen und Poolheizungen um, außer für Automobile. Zwei Ergänzungen wurden einvernehmlich aufgenommen: eine zum Stromsektor und eine zu Steuererleichterungen für Schiffahrts- und Ölindustrie.