Die in Kasachstan ansässige Freedom Holding hat ChessBase, das führende Unternehmen für Schachsoftware, mit einer Investition von 5 Millionen Euro übernommen, die auf Modernisierung und die Integration von künstlicher Intelligenz abzielt. Die Hamburger Firma behält ihren Hauptsitz und ihre Führung bei. Die Vereinbarung wurde am Donnerstag in einer Pressemitteilung bestätigt.
Freedom Holding, ein in Kasachstan ansässiges Investment- und Technologieunternehmen, gab am Donnerstag die Übernahme von ChessBase bekannt. Die Investition in Höhe von 5 Millionen Euro (5,9 Millionen US-Dollar) soll laut der Pressemitteilung dazu dienen, die Plattform zu modernisieren und künstliche Intelligenz zu integrieren. ChessBase, 1986 von Frederic Friedel und Matthias Wullenweber gegründet, stellt seit Langem wichtige Datenbanken, Analysewerkzeuge und Schulungsmaterialien bereit, die von Spielern weltweit genutzt werden, darunter über 10 Millionen Partien in der Datenbank. Das Unternehmen bleibt mit Hauptsitz in Hamburg bestehen; es sind keine Stellenstreichungen geplant, und Rainer Woisin bleibt als Geschäftsführer tätig. Timur Turlov, CEO von Freedom Holding, bezeichnete ChessBase als 'eine außergewöhnlich starke Marke mit einer reichen Geschichte und wohl eines der wichtigsten Projekte für die weltweite Schachgemeinschaft'. Er merkte an, dass die Partnerschaft die mehr als 11 Millionen Kunden des Unternehmens in über 20 Ländern nutzen werde. Woisin begrüßte die Nachricht und erklärte: 'Einen Investor zu haben, der das Schachspiel wirklich liebt, ist vielleicht das beste Ergebnis, das man sich vorstellen kann.' Freedom Holding hat sein Engagement im Schachbereich intensiviert, investiert jährlich über 15 Millionen US-Dollar und sponsert FIDE-Veranstaltungen wie die Schachweltmeisterschaft 2023, die Schnellschach- und Blitzschachweltmeisterschaft 2024 sowie das Kandidatenturnier 2026. Letzte Woche wurde das Unternehmen Partner der FIDE für das Schachentwicklungsprogramm 2026. Turlov, ein 38-jähriger, in Moskau geborener Milliardär und seit 2023 Präsident des kasachischen Schachverbandes, gründete 2024 die ISCF. Das Unternehmen sah sich 2023 nach einem Bericht von Hindenburg Research mit US-Untersuchungen zu Compliance- und Sanktionsfragen konfrontiert, wies die Anschuldigungen jedoch zurück und verwies auf eine unabhängige Untersuchung aus dem Jahr 2024, die das Unternehmen entlastete. ChessBase India operiert unabhängig und bleibt laut Gründer Sagar Shah von der Übernahme unberührt.