Mitten in Stromausfällen von bis zu 13 Stunden sind die informellen Benzinpreise in Havanna auf 750 Pesos pro Liter gestiegen. Topfklopf-Proteste hallen in mehreren Vierteln wider, während ein Tanker, der nach Kuba unterwegs war, zur Dominikanischen Republik umgeleitet wird. Der Kraftstoffmangel verschärft die Energiekrise der Insel.
Havanna erlebte einen düsteren Donnerstag, geplagt von langen Stromausfällen und Kraftstoffmangel. In Vierteln wie Marianao und La Güinera dauerten die Stromausfälle über neun Stunden, in manchen Fällen sogar 13 Stunden, berichteten Anwohner. In La Lisa klangen Topfklopf-Proteste, bis der Strom Minuten später zurückkehrte, wie Journalist Mario Pentón per Videoanruf bestätigte. Diana, eine Veterinärmedizinstudentin, hungerte den ganzen Tag wegen fehlendem Gas zu Hause, wo sie mit ihren alten Großeltern lebt. „Ich habe nicht die Kraft, das Klappern zu hören oder selbst einen Topf zu schlagen, aber ich spüre es“, sagte sie zu 14ymedio. Irma, eine Facebook-Werbeverkäuferin, schilderte ihren chaotischen Alltag: „Strom aus, Verbindung weg; ich gehe auf den Balkon für Signal, hänge Wäsche nachts auf.“ Ihre Schwester, eine Näherin, hat nur eine Stunde Strom pro Tag und muss nachts arbeiten. Ein Bewohner von Guanabacoa bemerkte, dass viele Mahlzeiten und Bäder auslassen. „Gestern klapperten die Töpfe laut; mal sehen, was mit Hitze und Schlafmangel passiert“, fügte er hinzu. Auf den Straßen kochen Nachbarn bei Kerzen- oder Zigarettenlicht, manche humorvoll: Eine junge Frau sang „Ich hab keinen Strom, keine Seife, kein Geld“ zu einer Melodie von Juan Gabriel. Der Kraftstoffmangel zeigt sich an den Tankstellen: Seit dem 10. Januar keine Liste der 24 Tankstellen im Osten Havannas, möglicherweise alle geschlossen. Im Westen arbeiteten nur fünf von 14 am Donnerstag. Auf dem Schwarzmarkt kostet Benzin in Havanna 700-750 Pesos pro Liter, in Holguín 1.200, Kerosin in Sancti Spíritus 370-380. Monatliche Renten unter 4.000 Pesos (8 USD), Durchschnittsgehalt ca. 6.000 (12 USD). Der Tanker Mia Grace mit 314.500 Barrel Diesel aus Togo änderte den Kurs. Er fährt nun nach Río Haina, Dominikanische Republik, von Takoradi, Ghana, nach Geodaten. Experte Jorge Piñón sieht darin einen möglichen Barverkauf über europäischen Mittelsmann. Thermoelektrische Anlagen haben Dauerpannen: Einheiten in Mariel, Nuevitas und Felton offline, 466 MW nicht verfügbar, staatliches UNE meldet keine Kraftstoffdefizite mehr.