Gig-Arbeiter schlossen sich am Mittwoch den landesweiten Arbeitsunruhen in Indien an. Frauen von Urban Company sowie Lieferfahrer für Zomato und Blinkit forderten eine fairere Bezahlung, einen Achtstundentag und grundlegende soziale Einrichtungen. Die Proteste unterstreichen die wachsende Unzufriedenheit über die prekäre Lage in der Plattformarbeit.
Am Mittwoch schloss sich eine kleine Gruppe von Beschäftigten der Urban Company den laufenden Streiks an und forderte einen Achtstundentag, wöchentliche freie Tage sowie den Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen. Lieferarbeiter in Noida und Greater Noida hielten zeitgleich eigene Streiks ab. Plattformarbeiter argumentieren, dass Flexibilität nicht zulasten der Würde und der sozialen Absicherung gehen darf. Daten von Urban Company aus dem Februar zeigten, dass aktive Arbeitskräfte in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2026 durchschnittlich 28.322 Rupien pro Monat verdienten, wobei nur die oberen 20 % auf 40.000 bis 50.000 Rupien kamen. Der Aktionärsbrief von Eternal zum dritten Quartal des Geschäftsjahres 2025 wies einen Durchschnittsverdienst von 27.726 Rupien für Lieferfahrer von Zomato und Blinkit aus, die im Jahr 2024 mindestens acht Stunden täglich und an 26 Tagen im Monat arbeiteten, wobei die Treibstoffkosten hierbei nicht berücksichtigt wurden. Die Arbeiter geben an, dass solche Verdienste Schichten von 10 bis 14 Stunden erfordern. Bonuszahlungen hängen von Zielvorgaben ab, wobei bereits eine Stornierung zum Ausschluss führen kann. Der Blinkit-Mitarbeiter Dilip sagte: „Wir leben in ständiger Unsicherheit... Die App ist unser Chef. Bei wem sollen wir uns beschweren?" Die Streiks der Zomato- und Swiggy-Mitarbeiter zu Weihnachten und Silvester im letzten Jahr wurden vom damaligen CEO von Eternal als das Werk von „Unruhestiftern" abgetan. Die Arbeiter hoffen, dass die aktuellen Unruhen zu politischen Korrekturen bei Löhnen und Schutzmaßnahmen führen werden.