Nach der ersten Aufforderung zu ihrem unfreiwilligen Rücktritt in der vergangenen Woche hat die chilenische Regierung die Abberufung von Priscilla Carrasco, der nationalen Direktorin des SernamEG, ausgesetzt, nachdem diese eine Krankschreibung für die Behandlung eines dreifach negativen Brustkarzinoms eingereicht hatte. Der Schritt, der von Präsident José Antonio Kast unterstützt, aber wegen mangelnder Empathie kritisiert wurde, unterstreicht die Spannungen in der neuen Regierung.
Nachdem die Frauenministerin Judith Marín am 30. März den unfreiwilligen Rücktritt von Priscilla Carrasco unter Berufung auf einen Vertrauensverlust aufgrund von Differenzen in der Amtsführung gefordert hatte, wurde das Verfahren nun ausgesetzt. Carrasco, die sich wegen eines aggressiven dreifach negativen Brustkarzinoms in Behandlung befindet, reichte eine Krankschreibung ein, was den Vorgang stoppte.
Präsident José Antonio Kast hatte die ursprüngliche Entscheidung unterstützt und auf 'komplexe Situationen' verwiesen, die nach und nach offengelegt werden sollten. Während die Regierung anfangs humanitäre Unterstützung, einschließlich medizinischer Hilfe, anbot, folgte die Aussetzung des Verfahrens auf erhebliche Kritik.
Der Gegenwind von Oppositionsvertretern, aus Regierungskreisen und von prominenten Stimmen nahm zu. Senatspräsidentin Paulina Núñez, die ehemalige Präsidentschaftskandidatin Evelyn Matthei und Kardinal Chomalí stellten das Timing in Frage, insbesondere nach der kürzlich erfolgten Ausrufung eines 'onkologischen Notstands'. Dies spiegelt frühere Rügen von Persönlichkeiten wie der ehemaligen Präsidentin Michelle Bachelet wider.
Die Angelegenheit unterstreicht die Herausforderungen im politischen Management der Regierung Kast, nur wenige Wochen nach ihrem Amtsantritt am 11. März.