Indien hat Bangladesch am Donnerstag dazu aufgefordert, die Überprüfung von fast 3.000 mutmaßlichen illegalen Einwanderern zu beschleunigen. Der Aufruf erfolgt nach Äußerungen bangladeschischer Beamter über mögliche Abschiebungen nach dem Wahlsieg der BJP in Westbengalen.
Während des wöchentlichen Pressebriefings erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Randhir Jaiswal, dass in Bangladesch noch über 2.862 Fälle zur Überprüfung der Staatsangehörigkeit ausstünden, einige davon bereits seit mehr als fünf Jahren. Er betonte, dass alle illegalen ausländischen Staatsangehörigen in Indien gemäß den Gesetzen und bilateralen Vereinbarungen abgeschoben werden müssen. Jaiswal fügte hinzu, dass die Kooperation Bangladeschs für einen reibungslosen Ablauf des Prozesses unerlässlich sei.
Die Äußerungen fallen in die Zeit kurz nach dem Erdrutschsieg der Bharatiya Janata Party in Westbengalen. Der Außenminister von Bangladesch, Khalilur Rahman, hatte auf der Facebook-Seite der Regierungspartei erklärt, dass Dhaka handeln werde, falls es zu Abschiebungen käme. Der Innenminister von Bangladesch, Salahuddin Ahmed, äußerte später die Hoffnung, dass es zu keinen solchen Vorfällen kommen werde.
Jaiswal ging zudem auf die Frage der Wasserverteilung des Teesta-Flusses ein. Er wies darauf hin, dass Indien und Bangladesch sich 54 Flüsse teilen und strukturierte bilaterale Mechanismen unterhalten, die regelmäßig zusammentreffen, um wasserbezogene Angelegenheiten zu erörtern.