Die Abgeordnete Adriana Ventura (Novo-SP) hat dem Obersten Wahlgericht (TSE) Brasiliens Fragen zum Auftritt der Sambaschule Acadêmicos de Niterói gestellt, die Präsident Lula im Karneval von Rio ehrt und mit öffentlichen Geldern finanziert wird. Gegner werfen der Initiative vor, implizite Vorwahlpropaganda in einem Wahljahr zu betreiben. Trotz gegenteiliger Empfehlungen hat das TCU die Überweisung von R$1 Million von Embratur an die Schule genehmigt.
Der Auftritt der Sambaschule Acadêmicos de Niterói beim Karneval in Rio de Janeiro auf der Avenida Marquês de Sapucaí sorgt für Aufsehen durch seinen Samba-enredo zu Ehren von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (PT) in einem Jahr, in dem er zur Wiederwahl antritt. Die Schule erhielt R$1 Million von Embratur, öffentliche Mittel, die an Gruppen der Grupo Especial verteilt werden, was zu rechtlichen Schritten von Gegnern führte. Am 27. Januar reichte die Partido Novo eine Petition beim Bundesrechnungshof (TCU) gegen die Überweisung ein, unterzeichnet von Abgeordnetem Marcel Van Hattem (Novo-RS) und anderen Parlamentariern. Van Hattem kritisierte: „Das ist eine Farce. Das ist weiterer Beweis dafür, dass es der PT egal ist, was die Steuerzahler denken. Sie überweist lieber eine Million Real an eine Sambaschule, um einen Enredo zugunsten Lulas zu schaffen, statt ihn in wirklich wichtige Bereiche zu lenken“. Die technische Abteilung des TCU empfahl die Aussetzung der Zahlung wegen Zweckentfremdung, doch Minister Aroldo Cedraz genehmigte die Überweisung. Senatorin Damares Alves (Republicanos-DF) wandte sich an die Wahlstaatsanwaltschaft, um die Übertragung des Auftritts zu verbieten und die Mittel einzufrieren. Sie erklärte: „Sie können Lula ehren, aber ohne öffentliche Mittel, außerhalb des Wahljahrs und ohne Bolsonaro zu verspotten“. Derweil fragte Abgeordnete Adriana Ventura (Novo-SP) das Oberste Wahlgericht (TSE), ob die Verherrlichung implizite Vorwahlpropaganda darstelle, und berief sich auf Rechtsprechung, die keine explizite Aufforderung zum Wählen erfordert. Ein 13 Meter langer Wagen wird Lulas Wandel vom Arbeiter zum Präsidenten darstellen. Ventura betonte: „Es gibt derzeit eine gefährliche Grauzone im Wahlrecht. Es fehlt an klaren Leitlinien des TSE und an Maßnahmen der Institutionen, die Missbräuche eindämmen sollten“. Sie stellte dem TSE vier spezifische Fragen, darunter, ob die Nutzung öffentlicher Mittel die Propaganda-Qualifikation verschärfe und ob der kulturelle Kontext des Karnevals von Wahlregeln ausnehme. Das TSE hat noch nicht geantwortet.