Die meisten französischen Gewählten verletzen das Recht auf Zugang zu öffentlichen Informationen

In einem Gastbeitrag für Le Monde verurteilen Vorstandsmitglieder der Vereinigung Ma Dada die anhaltende Undurchsichtigkeit französischer Institutionen bei Anfragen zum Zugang zu öffentlichen Informationen. Sie weisen darauf hin, dass trotz eines Gesetzes von 1978 und einer konstitutionellen Anerkennung 2020 75 % von 3.000 Anfragen auf ihrer Plattform unbeantwortet blieben. Diese 'Strauß-Politik' behindert die Bewertung öffentlicher Politiken und die Bürgerdebatte zu Schlüsselfragen wie Umwelt oder Gesundheit.

Der Verein Ma Dada, der sich auf Transparenz im öffentlichen Leben konzentriert, reagiert auf jüngste Kontroversen um Ausgaben von Mandatsträgern, wie etwa für Luxuskleidung, Parfums oder Kindersachen. Diese Fälle sind zwar legal, verdecken jedoch nach ihrer Ansicht einen tieferen Skandal: die illegale Verweigerung des Zugangs zu öffentlichen Informationen durch die meisten Gewählten und Verwaltungen.

Das Recht auf Einsicht in Verwaltungsunterlagen besteht seit 1978 mit der Einrichtung der Commission d'accès aux documents administratifs (CADA), die mögliche Geheimnisse prüft, die dem freien Zugang entgegenstehen könnten. Seine Wurzeln liegen in Artikel 15 der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte von 1789, die feststellt, dass «die Gesellschaft das Recht hat, von jedem öffentlichen Amtsträger Rechenschaft über seine Verwaltung zu verlangen».

2020 hob der Verfassungsrat dieses Prinzip auf verfassungsrechtliche Stufe. Dennoch zeichnen die Daten von Ma Dada ein düsteres Bild: Von 3.000 Anfragen zu Spesenabrechnungen auf madada.fr endet die Mehrheit mit Ablehnung. In 75 % der Fälle schweigen die Verwaltungen, was nach einem Monat rechtlich einer stillschweigenden Ablehnung gleichkommt.

Diese Undurchsichtigkeit, die als 'Strauß-Politik' bezeichnet wird, resultiert oft aus politischen Kalkülen oder fehlenden transparenzorientierten Verwaltungsprozessen. Sie verhindert, dass Bürger öffentliche Politiken bewerten und fundierte Urteile zu kritischen Themen wie Umwelt, Gesundheit oder Bildung fällen, insbesondere angesichts der nahenden Kommunalwahlen.

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