Die kolumbianische Behörde für öffentliche Kredite (Dirección General de Crédito Público) hat bei der Auktion am 24. März einjährige TES-Anleihen zu einem Grenzrenditesatz von 13,494 % vergeben und damit einen neuen historischen Höchststand erreicht. Angesichts einer Inflation von 5,29 % ergibt sich ein Realzins von nahezu 8,2 %. Das Ergebnis verdeutlicht die gestiegene Wahrnehmung fiskalischer Risiken bei den Anlegern.
Die Behörde für öffentliche Kredite des Finanzministeriums unter der Leitung von Germán Ávila schloss am 24. März ihre zwölfte kurzfristige TES-Auktion ab. Der Grenzrenditesatz erreichte 13,494 % und übertraf damit den bisherigen Rekord von 13,390 % vom 3. März sowie die 13,050 % vom 10. Januar 2023. Das Verhältnis von Geboten zu den tatsächlich vergebenen Anleihen (Bid-to-Cover-Ratio) lag bei 1,5, was bedeutet, dass die Nachfrage das Angebot um das Eineinhalbfache überstieg; dies weicht vom stärkeren Investoreninteresse bei früheren Auktionen ab. Der Interventionszinssatz der Banco de la República liegt derzeit bei 10,25 %, woraus sich ein Spread von 3,244 Prozentpunkten gegenüber den einjährigen TES-Zinssätzen ergibt. Diese wachsende Kluft zeigt, dass Anleger eine höhere Prämie verlangen, um die kurzfristige Finanzierung der Regierung zu stützen. Eine geldpolitische Sitzung der Banco de la República ist für kommenden Dienstag angesetzt. In diesem Monat war zudem eine leichte Inversion der Zinskurve zu beobachten, bei der die einjährigen TES-Zinssätze über denen der 10-jährigen Anleihen lagen. Diese Faktoren deuten auf straffere Finanzierungsbedingungen im kurz- und mittelfristigen Kurvensegment angesichts der Erwartungen einer konjunkturellen Abschwächung hin.