Nach der Anhebung auf 10,25 % im Januar hat die kolumbianische Banco de la República ihren Interventionszinssatz bei ihrer zweiten Sitzung des Jahres in einer knappen 4-3-Abstimmung um weitere 100 Basispunkte auf 11,25 % erhöht. Finanzminister Germán Ávila verließ die Vorstandssitzung vorzeitig und kündigte aufgrund von Meinungsverschiedenheiten den Rückzug der Regierung aus der Zentralbank an. Präsident Gustavo Petro unterstützte den Schritt und kritisierte die Geldpolitik.
Nach der Leitzinserhöhung auf 10,25 % im Januar beschloss die kolumbianische Banco de la República am 31. März 2026 eine erneute Anhebung auf 11,25 %. Als Gründe nannte die Bank die Inflationsrate vom Februar in Höhe von 5,29 %, die über dem Zielbereich von 2–4 % liegt, sowie erhöhte Erwartungen und den Druck durch den Golfkonflikt. „Die Entscheidung zur Zinserhöhung soll die Geldmenge und die inflationären Auswirkungen moderieren“, sagte Bankchef Leonardo Villar. Finanzminister Germán Ávila verließ die Sitzung vorzeitig mit der Begründung, der Schritt begünstige Finanzinteressen und schade der wirtschaftlichen Erholung. „Sie treffen unverantwortliche Entscheidungen für das Land“, sagte Ávila und forderte eine öffentliche Debatte über die Geldpolitik. Petro unterstützte Ávila auf X: „Die Regierung zieht sich aus dem Vorstand zurück. Wir sind keine Teilnehmer einer suizidalen Oppositionsstrategie.“ Er bezeichnete zudem die Ernennung von Olga Lucía Acosta zur Co-Direktorin als seinen „größten Fehler“, da sie eine Schlüsselrolle beim Widerstand gegen Zinssenkungen gespielt habe. Ökonomen wie Camilo Pérez lobten Acosta hingegen für die Wahrung der Unabhängigkeit der Bank. Villar verteidigte die verfassungsmäßige Autonomie der Zentralbank: „Wir handeln für das Wohl des Landes.“ Ávila verstoße laut Villar gegen ein gesetzliches Mandat, indem er nicht teilnehme, doch der Bankchef hofft auf einen künftigen Konsens.