Brasiliens geldpolitischer Ausschuss (Copom) hat am Mittwoch (18.) den Selic-Satz um 0,25 Prozentpunkte von 15 % auf 14,75 % pro Jahr gesenkt. Die einstimmige Entscheidung, die erste unter der Leitung von Gabriel Galípolo, erfolgte trotz der Eskalation des Nahostkonflikts, die den Ölpreis auf über 100 US-Dollar pro Barrel steigen ließ. In der Erklärung wird zur Vorsicht gemahnt, da die Dauer des Krieges zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran ungewiss ist.
Die Copom kündigte die Senkung des Selic-Satzes am 18. März 2026 an, nachdem sie ihn seit Juni 2025 auf 15 % und damit auf dem höchsten Stand seit fast zwei Jahrzehnten gehalten hatte. Es war die erste Anpassung unter Gabriel Galípolo, der Anfang 2025 die Nachfolge von Roberto Campos Neto antrat. Die Abstimmung erfolgte einstimmig mit 7 von 9 Mitgliedern. Vor dem Iran-Krieg, der am 28. Februar mit Angriffen der USA und Israels begann, rechneten die Märkte mit einer Senkung um 0,5 Prozentpunkte; die Unsicherheit revidierte die Erwartungen auf 0,25 Punkte. Der Ölpreis stieg von etwa 70 US$ auf über 100 US$ pro Barrel, was die Inflationsrisiken erhöhte. Die Copom-Projektionen zeigen eine Inflation von 3,9 % in diesem Jahr und 3,3 % im dritten Quartal 2027, was über dem Ziel von 3 % liegt. Das Focus Bulletin prognostiziert einen Selic von 12,25 % bis Ende 2026. Die Fed hat die Zinssätze zwischen 3,5 % und 3,75 % belassen. Analysten wie Alex Agostini (Austin Rating) merken an: "Je transparenter die Zentralbank ist, desto besser wird sie die Erwartungen steuern." Caio Megale (XP) erwartet ein Tempo von 0,25 Punkten oder mehr. Fiesp und Fiemg kritisierten die Senkung als unzureichend für die Industrie. Brasilien hat mit 9,51% pro Jahr den zweithöchsten Realzins. In der Erklärung heißt es: "In dem gegenwärtigen Szenario, das durch eine starke Zunahme der Unsicherheit gekennzeichnet ist, bekräftigt der Ausschuss Gelassenheit und Vorsicht." Nächste Sitzung: 28. und 29. April. Das Finanzministerium kaufte Anleihen im Wert von 49 Milliarden R$ zurück, um den Markt zu stabilisieren.