Die Regierung von Präsident Lula hat am 23. April 2026 dem Kongress einen Gesetzentwurf vorgelegt, der Senkungen der PIS/Cofins-Steuern auf Benzin, Ethanol, Diesel und Biodiesel unter Verwendung außerordentlicher Öleinnahmen ermöglicht. Die Maßnahme reagiert auf einen Anstieg der Benzinimportkosten um 61 %, der laut ANP-Daten durch den Krieg im Iran verursacht wurde. Offizielle Stellen geben an, dass die Kürzungen partiell und vorübergehend sein werden, möglicherweise für zwei Monate.
Der Gesetzentwurf knüpft die Senkung der Bundessteuern an überschüssige Öl-Lizenzgebühren und Verkaufserlöse, die aus dem internationalen Preisanstieg infolge des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran resultieren. Der von der ANP berechnete Importparitätspreis für Benzin stieg zwischen der Woche vor den Angriffen und der letzten Woche von 2,45 R$ auf 3,95 R$ pro Liter.
Petrobras hat die Benzinpreise an den Raffinerien noch nicht angepasst, doch der Markt erwartet nach den Steuersenkungen Preiserhöhungen, ähnlich wie bei Diesel, das nach der PIS/Cofins-Befreiung um 0,38 R$ pro Liter teurer wurde. Die Regierung hatte diese Steuern auf Diesel auf Null gesetzt und eine Subvention von 1,52 R$ pro Liter für Importeure eingeführt, die unter der von der ANP festgelegten Preisobergrenze verkaufen. Auf Benzin lasten derzeit noch etwa 0,47 R$ pro Liter an Bundessteuern.
Regierungsvertreter diskutierten den Plan in einem Interview am Donnerstag (23.), ohne die Höhe der Kürzungen zu spezifizieren. Analysten prognostizieren anhaltend hohe Brent-Rohölpreise von über 100 US-Dollar pro Barrel, selbst bei einer möglichen diplomatischen Lösung.
Der Vorschlag bedarf der Zustimmung des Kongresses und reiht sich in umfassendere Maßnahmen wie Diesel- und Kochgassubventionen ein, deren Kosten auf jährlich 31 Milliarden R$ geschätzt werden. Laut Planungsministerium würde jede Steuersenkung bei Benzin um 0,10 R$ jährlich mit 800 Millionen R$ zu Buche schlagen.