Starker Schneefall in Cortina d'Ampezzo zwang zur Absage des Frauen-Abfahrtstrainings und brachte Hunderte Arbeiter dazu, die olympische Piste Meter für Meter wiederherzustellen. Der Aufwand soll eine sichere und einheitliche Oberfläche für Geschwindigkeiten über 100 km/h gewährleisten. Trainingseinläufe sind für Freitag und Samstag geplant, das Rennen folgt am Sonntag.
In Cortina d'Ampezzo in Italien sind die Vorbereitungen für das Frauen-Abfahrtsrennen bei den Milano Cortina Winterolympics 2026 ein Wettrennen gegen das Wetter geworden. Starker, anhaltender Schneefall in den letzten Tagen führte dazu, dass die Organisatoren das Donnerstags-Trainingsopening auf der Olimpia delle Tofane-Piste absagten und damit das erste Kennenlernen der Alpinスキーfahrer mit der Strecke verzögerten. Hunderte Arbeiter haben seither das Heft in die Hand genommen und methodisch das Berggelände nachts geräumt, um die dichte, kompakte Oberfläche wiederherzustellen, die für Elite-Geschwindigkeitsrennen unerlässlich ist. FIS-Rennleiter für Geschwindigkeitsdisziplinen Alberto Senigagliesi erläuterte den Prozess gegenüber Reuters: „Wir haben um 4 Uhr morgens mit dem Schneeräumen begonnen und alles von der Piste geschoben.“ Mehr als 30 Zentimeter Neuschnee mussten entfernt werden, um die feste Basis freizulegen, die vor einer Woche durch Wassereinspritzung und zwei Tage tiefe Verdichtung hergestellt worden war. Die Operation umfasst neun Maschinen, die kleine Abschnitte langsam über 10 bis 12 Stunden bearbeiten, um die Basis nicht zu beschädigen. Etwa 250 Personen, darunter Pistenpräparatoren, technische Teams und Monteure von Sicherheitsnetzen, rücken geduldig Meter für Meter vor. „Heute schaben wir, ohne dass die Maschinen einsinken, und mischen dann den verbleibenden Schnee mit feuchtem Schnee. Die Basis ist sehr kompakt, aber nicht eisig“, betonte Senigagliesi. Letzte Woche wurde Wasser bei etwa 1 km/h über 200–300-Meter-Abschnitte aufgetragen, drei bis fünf Stunden einwirken gelassen und mit Volumenfräspässen abgeschlossen. Das Ziel ist eine Strecke mit Konsistenz und Haltbarkeit statt purem Eis, die Geschwindigkeit, Sicherheit und Fairness ausbalanciert. Bei kalten Temperaturen und ohne neuen Niederschlag kann die Oberflächenfeuchtigkeit zufrieren und für schnellere Bedingungen sorgen. Die Skifahrerinnen erwarten bis zu 140 km/h auf der Strecke, die die Amerikanerin Isabella Wright lobte: „Ich finde, das ist die perfekteste Abfahrtsstrecke, sie hat alles dabei. Tolles Gleiten, tolle technische Kurven, ein paar spaßige Sprünge.“ Zwei Trainingseinläufe stehen für Freitag und Samstag vor dem Sonntagsrennen an.