Österreich, eine Großmacht im alpinen Skisport, tritt beim Herrenabfahrt in den Milano-Cortina-Olympischen Spielen als unerwartete Underdogs an, so der Rennleiter. Mit geringen Erwartungen inmitten starker Konkurrenz aus der Schweiz und Italien hofft das Team, den druckfreien Status für eine Überraschung zu nutzen. Der Wettkampf startet auf der anspruchsvollen Stelvio-Strecke in Bormio.
In der hoch riskanten Welt des alpinen Skirennens ist Österreich lange eine dominante Kraft gewesen mit Rekord-sieben olympischen Goldmedaillen in der Herrenabfahrt. Legenden wie Toni Sailer, Franz Klammer, Leonhard Stock, Fritz Strobl und Matthias Mayer haben den Namen der Nation in die Sportgeschichte gemeißelt. Doch mit den Milano-Cortina-Olympischen Spielen im Anmarsch wirken die Aussichten des österreichischen Teams in dieser Kronjuwelen-Disziplin gedämpft. Die Herrenabfahrt eröffnet das olympische Alpinerprogramm am Samstag entlang der berüchtigten Stelvio-Strecke in Bormio, Italien. Angesichts eines formidablen Schweizer Teams unter Marco Odermatt und einer italienischen Mannschaft mit Stelvio-Spezialisten Dominik Paris an der Spitze gibt Österreichs Rennleiter Marko Pfeifer den harten Kampf zu. Vom Teamhotel aus am Dienstag sagte Pfeifer: „Abfahrt wäre momentan eigentlich wirklich ein bisschen überraschend, wenn wir eine Medaille nehmen.“ Er hob das einzige Weltcup-Podium des Teams in dieser Saison in Wengen hervor, dank Vincent Kriechmayr, der Sechster in der Abfahrtswertung ist. „Wir haben nur ein Podium gehabt... ich denke, wir sind ein bisschen die Underdogs, aber das kann auch ein Vorteil sein“, fügte Pfeifer hinzu und betonte die einzigartigen Dynamiken großer Events. Trotz der Abfahrtsherausforderungen zeigt Österreich Versprechen im Super-G, wo Kriechmayr, Stefan Babinsky und Raphael Haaser auf Platz zwei, drei und vier hinter Odermatt liegen. Babinsky, 29, betritt seine ersten Olympischen Spiele gestärkt durch kürzliche Podien in Wengen und Kitzbühel. Er nannte die Gelegenheit „ein Kindheitstraum“ und unterstrich das Privileg, Österreich zu vertreten, das 121 olympische Skimedailen gesammelt hat – fast doppelt so viele wie die Schweiz. Pfeifer sieht die Rivalität Österreich-Schweiz als freundschaftlich und wies auf enge Beziehungen abseits der Pisten hin trotz mediengetriebener Intensität. Mit 121 Medaillen als Vermächtnis wollen die Österreicher die Underdog-Energie in einen möglichen Coup auf der Stelvio kanalisieren.