Passagiere und Besatzungsmitglieder des Kreuzfahrtschiffs MV Hondius haben am Sonntag auf Teneriffa das Schiff verlassen, während die Gesundheitsbehörden acht bestätigte Fälle des mit dem Ausbruch in Verbindung stehenden Andes-Virus verfolgen.
Die MV Hondius legte am Sonntagmorgen vor der Küste am Hafen von Granadilla de Abona an. Die Passagiere wurden in kleinen Gruppen mit den bordeigenen Zodiac-Booten an Land gebracht, bevor sie von Hafen-Gesundheitsbeamten untersucht und mit Bussen zu militärischen Rückführungsflügen gebracht wurden.
Dr. Maria van Kerkhove von der Weltgesundheitsorganisation erklärte, dass alle Passagiere an Bord als Hochrisikokontakte eingestuft wurden. Sie wies darauf hin, dass das Virus eine Inkubationszeit von bis zu sechs Wochen habe, und empfahl eine 42-tägige Quarantäne sowie eine tägliche Überwachung auf Fieber und Symptome.
Südafrikanische Wissenschaftler des National Institute for Communicable Diseases identifizierten den Andes-Virusstamm innerhalb von 24 Stunden nach Erhalt der Proben. Der erste Fall betraf einen 70-jährigen Niederländer, der am 11. April nach einer Exposition in Argentinien an Bord verstarb. Seine Witwe starb am 26. April in Johannesburg, nachdem sie positiv getestet worden war.
Sechsundvierzig Passagiere aus Spanien, Frankreich, Kanada und den Niederlanden hatten das Schiff bis Sonntagmorgen verlassen. Der Einsatz soll am Montag abgeschlossen werden. Es befanden sich keine Südafrikaner an Bord.