Der US-amerikanische Milliardär Peter Thiel, eine libertäre Tech-Persönlichkeit, wurde zu einem Vortrag in geschlossener Sitzung an der Akademie der Moralischen und Politischen Wissenschaften in Paris eingeladen. Auf Einladung der Philosophin Chantal Delsol soll er über den Antichristen vor einer Arbeitsgruppe zur Zukunft der Demokratie sprechen. Dieser Besuch, der bis zum letzten Moment geheim gehalten wurde, sorgt in der Institution für Aufregung.
Peter Thiel, Mitbegründer von PayPal und Palantir Technologies, einem Riesen im Datenanalysebereich für Regierungen, ist in Paris eingetroffen für einen ungewöhnlichen Auftritt. Auf Einladung der katholischen Philosophin Chantal Delsol, die die Union von Rechter und Rechtsextremer unterstützt, wird er am Montag, den 26. Januar, in geschlossener Sitzung im Quai de Conti, dem Sitz der Akademie der Moralischen und Politischen Wissenschaften, sprechen. Dieser Besuch sorgt für Aufregung. Die Arbeitsgruppe unter Leitung des ehemaligen Ministers Hervé Gaymard untersucht die Zukunft der Demokratie und hat bereits 25 französische Persönlichkeiten, hauptsächlich Juristen, Politikwissenschaftler und Historiker, angehört. Thiel, bekannt dafür, demokratische Prinzipien in Frage zu stellen, bringt eine transgressive Perspektive in diese Diskussionen. Sogar der Kanzler des Institut de France, Xavier Darcos, wurde erst im letzten Moment informiert. Ein Mittagessen mit dem Außenminister Jean-Noël Barrot stand nicht auf der offiziellen Agenda. Diese Diskretion unterstreicht den kontroversen Charakter der Einladung, da Thiel einer der größten Tech-Investoren in den USA ist. Der Vortrag dreht sich um den Antichristen, ein Thema, das moralische und politische Grundlagen im Kontext demokratischer Reflexion hinterfragt.