Eine neue Studie warnt davor, dass die mangelnde Unterstützung von Frauen während der Wechseljahre im Pferderennsport zu erheblichen Verlusten führen könnte. Die von der Organisation Women in Racing in Auftrag gegebene Untersuchung fordert praktische Maßnahmen, um erfahrenes weibliches Personal zu halten. Die Studie basierte auf Workshops und Interviews mit Fachleuten aus der Branche.
Women in Racing hat eine unabhängige Forschungsarbeit in Auftrag gegeben, die untersucht, wie sich die Perimenopause, die Wechseljahre und die Lebensmitte auf Karrieren im Pferderennsport auswirken. Die unter der Leitung von Dr. Kate Clayton-Hathway von der Oxford Brookes University durchgeführte und von FDJ United (Unibet) finanzierte Studie knüpft an den „Racing Home“-Bericht der Organisation aus dem Jahr 2020 über Mutterschaft im Pferderennsport an. Sie zielt darauf ab, praktikable Schritte für eine bessere Unterstützung und Bindung erfahrener Frauen aufzuzeigen, deren Lebensphase mit beruflicher Weiterentwicklung und Betreuungspflichten zusammenfällt. Die Untersuchung stützte sich auf sieben Workshops und 19 ausführliche Interviews mit 77 Teilnehmern – 69 Frauen und acht Männern – vom Berufsanfänger bis zur Führungsebene. Die Teilnehmer berichteten von Symptomen wie Müdigkeit, Schlafstörungen, kognitiven Veränderungen, Problemen bei der Temperaturregulierung und emotionaler Belastung, die trotz vereinzelter Beispiele guter Praxis oft im Stillen bewältigt wurden. Dr. Clayton-Hathway erklärte: „Die Wechseljahre und die Lebensmitte sind ein normaler Teil des Arbeitslebens von Frauen, bleiben aber allzu oft unsichtbar.“ Sie fügte hinzu: „Erfahrene Frauen in der Lebensmitte sind für die Zukunft des Pferderennsports von entscheidender Bedeutung, aber ohne Anerkennung und Unterstützung können die Wechseljahre zu einem stillen Ausstiegspunkt werden. Unsere Ergebnisse zeigen, dass kleine kulturelle und arbeitsplatzbezogene Veränderungen einen bedeutenden Unterschied für die Bindung und das langfristige Wohlbefinden bewirken können.“ Zu den Empfehlungen gehören kostengünstige Anpassungen wie bessere Einrichtungen, flexiblere Ansätze und eine klarere Kommunikation der Rechte. Zu den langfristigen Maßnahmen gehören ein grundlegendes Bildungspaket, die Sensibilisierung für die Wechseljahre in Lizenzierungs- und Weiterbildungsprogrammen sowie eine verbesserte Orientierungshilfe bei Richtlinien. Die Studie betont, wie wichtig es ist, die Gesundheit in der Lebensmitte in einen ganzheitlichen Ansatz für das Wohlbefinden einzubetten, und verweist auf die Resilienz von Frauen in dieser Lebensphase sowie ihre entscheidende Rolle bei der Tierpflege und dem Training. Die ehemalige Vorsitzende Lucy Gurney bezeichnete die Studie als „einen Meilenstein für unseren Sport“ und betonte die Bedeutung von Verständnis und Inklusion. Die zukünftige Vorsitzende Cheryl Caves freut sich darauf, die Empfehlungen voranzutreiben. Der Pferderennsport ist auf jahrzehntelange Erfahrung angewiesen, weshalb die Mitarbeiterbindung eine strategische Priorität darstellt, um Verluste zu vermeiden, die sich die Branche nicht leisten kann.