Der Chef des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, hat in einem Interview mit The Atlantic die ukrainische Drohnenproduktion als Spiel mit Lego-Steinen verspottet und die Hersteller als Hausfrauen bezeichnet. Die Aussagen lösten Empörung in der Ukraine aus. Rheinmetall distanzierte sich am Sonntag von den Worten.
Armin Papperger, Chef von Rheinmetall, äußerte sich am Freitag in einem Interview mit dem US-Magazin The Atlantic abfällig über die Drohnenproduktion in der Ukraine. Er verglich die Technologie mit dem Spielen mit Lego und sagte, in den Fabriken arbeiteten »ukrainische Hausfrauen«, die Teile mit 3D-Druckern in der Küche herstellten. »Das ist keine Innovation«, erklärte Papperger und stellte sie im Gegensatz zu Konzernen wie Lockheed Martin oder Rheinmetall dar.
Die Reaktionen aus der Ukraine waren scharf. Der Drohnenhersteller Skyfall konterte gegenüber The Atlantic: »Wenn eine Drohne, die von ukrainischen ›Hausfrauen‹ gebaut wurde, ausreicht, um Panzer und Artillerie auszuschalten, dann sind wir wohl offiziell in der Ära der ›Hausfrauen‹ angekommen.« Oleksandr Kamyschin, Berater des Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, schrieb auf X, er habe in über 200 Fabriken Frauen gesehen, die hart arbeiteten. »Unsere LEGO Drohnen sind von Hausfrauen in ihren Küchen gemacht und haben schon mehr als 11.000 russische Panzer zerstört.« Unter #LEGODrones und #MadeByHousewives kursierten Memes.
Rheinmetall reagierte am Sonntag auf X: Das Unternehmen habe »höchsten Respekt für die immensen Bemühungen der ukrainischen Bevölkerung«. Jede Frau und jeder Mann leiste einen unermesslichen Beitrag, und die Ukraine kämpfe hoch effektiv trotz begrenzter Ressourcen.