Der 20-jährige usbekische Großmeister Javokhir Sindarov dominierte das FIDE-Kandidatenturnier 2026 auf Zypern und sicherte sich den Sieg bereits eine Runde vor Schluss. Damit qualifizierte er sich für einen Weltmeisterschaftskampf gegen den amtierenden Champion Gukesh Dommaraju. Bei den Frauen holte sich die Inderin Vaishali Rameshbabu den Titel am letzten Tag, obwohl sie als am niedrigsten gesetzte Spielerin ins Turnier gestartet war. Die Turniere unterstrichen den Aufstieg junger Talente aus Indien und Usbekistan.
Javokhir Sindarov gewann die offene Sektion des FIDE-Kandidatenturniers mit einem Rekordergebnis von 10 aus 14 Punkten und übertraf damit frühere Bestmarken in ähnlichen Formaten. Er startete in der ersten Hälfte mit 6 aus 7 Punkten, besiegte in der vierten Runde Fabiano Caruana, übernahm damit die alleinige Führung und behauptete sich trotz Herausforderungen, unter anderem durch Caruana im weiteren Turnierverlauf. Sindarov sagte gegenüber FM Mike Klein: 'Meiner Meinung nach habe ich hier besser Schach gespielt als jeder andere!' Er erhielt ein Preisgeld von 170.000 Euro und bereitet sich nun auf einen Titelkampf im November und Dezember gegen den 20-jährigen Gukesh vor, der nach dem kombinierten Alter der beiden Spieler das bislang jüngste Weltmeisterschaftsduell sein wird. 'Ich versuche einfach, den Moment zu genießen, das Leben zu genießen und gutes Schach zu spielen, dann funktioniert alles gut', so Sindarov über seinen Ansatz, der neben dem Schach auch Videospiele und Padel umfasste. Anish Giri wurde Zweiter mit einem Gesamtpreisgeld von 130.000 Euro und bezeichnete seine Leistung trotz der verpassten Qualifikation als 'episch'. Caruana belegte nach einem starken Start den dritten Platz, schwächelte jedoch nach Niederlagen gegen Hikaru Nakamura und Giri. Nakamura, der topgesetzte Spieler, verlor nach frühen Niederlagen an Ratingpunkten, während Matthias Blübaum beeindruckte, indem er nicht gegen Sindarov verlor. Vaishali Rameshbabu überwand einen wackeligen Start, einschließlich Niederlagen gegen Zhu Jiner, und gewann das Kandidatenturnier der Frauen souverän in der letzten Runde gegen Kateryna Lagno. Als Teilnehmerin mit dem niedrigsten Rating gewann sie 26 Elo-Punkte sowie 65.400 Euro und sicherte sich damit die Chance auf ein Duell mit der fünfmaligen Weltmeisterin Ju Wenjun. 'Als ich gegen Zhu Jiner verlor, dachte ich: O.K., jetzt ist wieder alles normal!', sagte Vaishali. Das Turnier blieb bis zum Schluss spannend, wobei zwischenzeitlich sechs Spielerinnen führten, ausgenommen Tan Zhongyi; Bibisara Assaubayeva belegte den zweiten Platz. Der usbekische Präsident rief an, um Sindarov zu gratulieren, was den schachlichen Aufstieg seines Landes neben dem von Indien unterstreicht.